AVIA Vereinigung Schweiz

2. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.24 $   Crude (WTI): 45.41 $  Gasoil  465.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9779   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Gewinnmitnahmen an ICE und NYMEX – Hurrikan und charttechnische Konstellation

 

Hurrikan Joaquin spielt als kurzfristiger Faktor aktuell eine wichtige Rolle am Ölmarkt. Trifft ein Hurrikan auf die US Ostküste, so sichern sich physische Marktteilnehmer durch Käufe gegen mögliche Ausfälle ab. Durch den Seegang können Schiffe nicht be- und entladen werden und durch Stromausfälle, Windschäden oder Überschwemmungen könnten auch an den Raffinerien Ausfälle die Folge sein. Zeitlich und regional begrenzt kann ein Sturm an der Ostküste der USA daher Knappheit bei der Produktversorgung hervorrufen, weshalb sich physische Trader mit Produkt-Futures eindecken. Spekulative Händler springen in der Regel schnell auf den Zug auf und sorgen dann für übertriebene Reaktionen und starke Preisschwankungen.

An der grundlegenden Versorgungslage hat sich allerdings nichts geändert. Diese wird mit der akuten Überversorgung und der Erwartung neuer Exporte aus dem Iran ab dem Winter mittelfristig weiter bearish eingeschätzt.

Nach der gestrigen Berg- und Talfahrt an den Ölbörsen hat sich die Lage auch in der Charttechnik wieder etwas beruhigt, sodass der bullishe Einfluss hier abgebaut wurde.

 

Fundamental neutral     Chartanalyse neutral

 

30. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.81 $   Crude (WTI): 45.63 $  Gasoil  449.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9927   Rheinfracht: 90.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

die Versorgungsschwierigkeiten durch den anhaltend-tiefen Pegelstand auf dem Rhein (die Rheinfrachten bleiben auf sehr hohem Niveau) sowie dem Ausfall der Raffinerie in Cressier beiben weiterhin bestehen….

 

Börse in Konsolidierungsmodus – Rheinfrachten und Wasserstand bleiben angespannt…

 

Im Oktober fuhren zahlreiche Anlagen, insbesondere in den USA, mit einer reduzierten Auslastung. Mit dem Ende der Wartungsarbeiten, die sich in den wöchentlichen Bestandsdaten bereits abzeichnen, könnte sich dies im November und Dezember allerdings ändern. Die Raffinerien werden weiter versuchen die guten Verdienstmöglichkeiten zu nutzen und ihre Verarbeitung hoch halten. Die bestehende Überversorgung mit Rohöl wird dann wieder verstärkt in einen Überschuss am Produktemarkt gewandelt.

Die Nachfrage nach Frachtraum an der Rheinschiene bleibt auf festem Niveau. Die Rheinfrachten ziehen am Niederrhein heute erneut an. Im Süden werden heute leichte Niederschläge erwartet jedoch aufgrund der geringen Menge werden diese nicht ausreichen, um zu einer langfristigen Verbesserung der Niedrigwassersituation zu führen.

 

Fundamental neutral                  Chartanalyse neutral

 

 

 

29. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.81 $   Crude (WTI): 45.63 $  Gasoil  449.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9927   Rheinfracht: 90.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

die Versorgungsschwierigkeiten durch den anhaltend-tiefen Pegelstand auf dem Rhein (die Rheinfrachten sind erneut wieder gestiegen) sowie dem Ausfall der Raffinerie in Cressier beiben weiterhin bestehen….

 

Charttechnik und Bestandsdaten beenden Abwärtstrend und lösten eine Preisrallye aus

 

Neben den US Ölbestandsdaten hatten Marktteilnehmer gestern auch das FOMC Meeting der US Fed im Auge. Das Leitzinsniveau wurde unverändert bei 0,00 bis 0,25% belassen, was niemanden überraschte. Allerdings hatten die Notenbänker das Treffen im Dezember explizit als Termin ins Gespräch gebracht, um das Zinsniveau anzuheben. Dies ist zwar nicht gleichbedeutend damit, dass eine Anhebung beschlossene Sache ist, allerdings ist das Statement überraschend, rechnete der Markt doch eher mit Hinweisen, dass eine Anhebung auf 2016 verschoben wird.

Die technischen Käufe und die bullishen US Ölbestandsdaten dominieren aktuell das Geschehen und halten die Preise weiter auf hohem Niveau. Die gestrige Rallye wird überwiegend als technische Reaktion eingestuft. Durch den Anstieg löste dies zuvor platzierte Käufe automatisch aus, sodass sich die Bewegung von selbst verstärkte.

 

Fundamental neutral                  Chartanalyse neutral bis bullish

 

 

 

28. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 46.75 $   Crude (WTI): 43.20 $  Gasoil  432.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9864   Rheinfracht: 85.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Aufgrund der momentanen Versorgungsschwierigkeiten durch den anhaltend-tiefen Pegelstand auf dem Rhein (die Rheinfrachten haben sich gegenüber im Sommer verfünffacht und sind so hoch wie seit 2003 nicht mehr) sowie dem Ausfall der Raffinerie in Cressier sind die Inlandspreise stark angestiegen und verteuern auch für uns den Einkauf.

 

Futures nach API in der Nacht fester

 

Die zunehmenden US Rohölbestände sind das wohl deutlichste Zeichen einer aktuellen Überversorgung am Markt. Durch die Wartungsarbeiten verbrauchen die US Raffinerien momentan noch weniger Rohöl als üblich, was die Bestandsaufbauten begünstigt. Allerdings ist der Höhepunkt der Wartungssaison bereits überschritten und die Anlagen beginnen wieder ihre Auslastung zu steigern.

Die aktuelle Abwärtsbewegung ist auf die Kombination steigender Vorräte und geringer als erwarteter Produktionskürzungen in der US Ölindustrie zurückzuführen.

 

Fundamental neutral bis bearish                         Chartanalyse neutral

 

 

 

27. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 47.14 $   Crude (WTI): 43.46 $  Gasoil  432.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9818   Rheinfracht: 79.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Aufgrund der momentanen Versorgungsschwierigkeiten durch den anhaltend-tiefen Pegelstand auf dem Rhein (die Rheinfrachten haben sich gegenüber im Sommer verfünffacht und sind so hoch wie seit 2003 nicht mehr) sowie dem Ausfall der Raffinerie in Cressier sind die Inlandspreise stark angestiegen und verteuern auch für uns den Einkauf.

 

Futures mit schwachem Start in die Woche – Hohe Lagerbestände belasten.

 

Wie bereits berichtet, warnen Experten vor einer Auslastung der Lagerkapazitäten. Vor allem im Produktebereich sei die Lage in Europa mit einer Auslastung von 96% bereits ernst, während die Lager für Produkte in den USA "nur" mit 51% ausgelastet sind. Wenn die Raffinerien ihre Wartungsarbeiten beenden und im November ihren Durchsatz wieder stark steigern, könnte dies dazu führen, dass das Maximum der Lagerkapazitäten erreicht wird.

 

Fundamental bearish                 Chartanalyse bearish

 

 

 

26. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 47.91 $   Crude (WTI): 44.58 $  Gasoil  441.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9765   Rheinfracht: 79.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Ölbörsen mit weichem Start in die Woche – Analysten rechnen mit geringer Ölnachfrage

 

Aufgrund der momentanen Versorgungsschwierigkeiten durch den Ausfall der Raffinerie in Cressier sind die Inlandspreise stark angestiegen und verteuern auch für uns den Einkauf.

 

In den USA hat die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen wieder einmal abgenommen. Aktuell sind nur noch 594 Anlagen aktiv.

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage im letzten Quartal abnehmen und nur knapp über Vorjahresniveau liegen wird. Auch die EIA rechnet mit einem leichten Rückgang des Rohölbedarfs vom dritten auf das vierte Quartal. Zusammen mit dem erwarteten zusätzlichen Ölangebot aus dem Iran ist dies kein Szenario, dass für eine bullishe Entwicklung an den Börsen spricht. Die Tendenz zeigt eher nach unten, zumal auch die neuen expansiven Maßnahmen Chinas, wo der Leitzins und die Anforderungen an Kapitalreserven der Geschäftsbanken gesenkt wurde, auf ein schwaches Wirtschafts- und Ölnachfragewachstum hindeuten.

Der weiche Euro/Dollar-Kurs begrenzt zwar das Abwärtspotenzial bei den Inlandspreisen, dennoch deuten sich aktuell rechnerisch leichte Preisnachlässe zum Freitag an.

 

Fundamental neutral bearish                  Chartanalyse neutral

 

 

 

23. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.47 $   Crude (WTI): 45.58 $  Gasoil  450.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9725   Rheinfracht: 79.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Schwacher Euro und feste Ölbörsen sorgen für deutlichen Preisanstieg im Inland

 

Die US Rohölbestände sind in der abgelaufenen Berichtswoche gestiegen, auch wenn die Raffinerien ihre Ölförderung bereits wieder etwas gesteigert hatten. Die Wartungssaison ist nun etwa zur Hälfte durch, sodass auch in den kommenden Wochen weiter mit Aufbauten zu rechnen ist und die Rekordbestände bei Rohöl von Ende April eventuell noch erreicht werden können. Die Gesamtvorräte von Rohöl und allen Produkten haben in der letzten Woche aber ohnehin schon ein neues Rekordniveau erreicht.

Die hohen Bestände sind zwar bearish und auch die gesunkenen Raffineriemargen deuten eigentlich auf eine schwächere Nachfrage hin, die Daten zum Verbrauch sprechen allerdings eine bullishe Sprache. Die fundamentale Situation bleibe daher zu bearish, als dass sich die bullishen technischen Faktoren durchsetzen könnten.

Aktuell stützt allerdings auch die Geldpolitik der EZB die Notierungen an ICE und NYMEX, während der Euro/Dollar an Boden verliert, was gleich doppelt bullish für die Inlandspreise ist.

Am frühen Morgen ist rein rechnerisch zunächst allerdings mit deutlichen Preissteigerungen im Inland zu rechnen.

 

Fundamental neutral bearish                  Chartanalyse neutral bis bullish

 

 

 

22. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.09 $   Crude (WTI): 45.45 $  Gasoil  444.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9588   Rheinfracht: 77.25 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Futures nach DOE und OPEC weitestgehend unverändert – Ausblick bleibt jedoch bearish

 

Die Wartungssaison an den US Raffinerien hat ihren Höhepunkt in der Regel im Laufe des Oktobers. Ab November steigt die Auslastung der Anlagen dann wieder, mit der die Betreiber auch versuchen ihre Bestände vor dem Jahreswechsel, dem Stichpunkt der Lagerbewertung, zu reduzieren. Die leicht gestiegene Raffinerieauslastung könnte nun ein Indiz dafür sein, dass der Höhepunkt überschritten wurde und die Bestandsaufbauten bei Rohöl in den kommenden Wochen wieder geringer ausfallen. Allerdings wird es noch ein paar Wochen dauern, bevor man wieder Abbauten bei den landesweiten US Rohölbeständen sehen wird. Das Allzeithoch von Ende April diesen Jahres ist damit nur noch etwa 14,3 Mio. Barrel entfernt und könnte möglicherweise noch erreicht werden

Beim Treffen der OPEC mit anderen Ölproduzenten, die nicht dem Kartell angehören, ergab sich wie erwartet nichts, was einen unmittelbaren Einfluss auf die Verfügbarkeit von Öl hat. Russland und die anderen Länder würden keine Anstalten machen die Förderung zu reduzieren, was allerdings absolut notwendig sei.

 

Fundamental neutral bearish                  Chartanalyse neutral

 

 

 

21. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.42 $   Crude (WTI): 45.84 $  Gasoil  441.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9556   Rheinfracht: 75.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Überraschend hohe Aufbauten beim US Rohöl – Warten auf Ergebnis des OPEC Meetings

 

Die Marktteilnehmer werden heute vor allem auf zwei wichtige Ereignisse achten. Sowohl das Meeting der OPEC mit anderen Produzenten als auch die US Ölbestandsdaten des DOE haben das Potenzial die Preise stark zu bewegen. Beim OPEC-Meeting halten Analysten eine Produktionskürzung eher für unwahrscheinlich. Ein Strategiewechsel zum jetzigen Zeitpunkt, wenn man kurz davor ist die kleinen US Ölproduzenten aus dem Markt zu drängen, scheint kein logischer Schritt zu sein.

Bei den US Ölbeständen sind die neuerlich hohen Aufbauten bei Rohöl durchaus beeindruckend. Sollte das DOE Zahlen in dieser Größenordnung bestätigen, könnte dies die Preise nochmals belasten. Allerdings wird man hier auch auf die Daten zur Produktnachfrage sowie der Ölförderung achten müssen.

Rheinfrachten ziehen am Oberrhein erneut an. Die Nachfrage nach Frachtraum an der Rheinschiene ist weiterhin sehr stark. Der Druck vom Markt ist derzeit enorm und die Schiffe haben keine freien Kapazitäten mehr. Auf Grund der weiter anhaltenden Niedrigwassersituation ziehen die Rheinfrachten an den Oberrheinstationen an.

 

Fundamental bearish                 Chartanalyse bearish

 

 

 

20. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.73 $   Crude (WTI): 46.46 $  Gasoil  447.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9558   Rheinfracht: 72.25 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Futures starten mit Verlusten in die Woche - Iran verkauft erstes Öl für Zeit nach Sanktionen

 

Die Tatsache, dass der Iran seine Produktion und die Exporte binnen kürzester Zeit nach Aufhebung der Sanktionen steigern will, ist bekannt. Die wirkliche Neuigkeit in den gestrigen Meldungen aus dem Iran liegt vielmehr in der Tatsache, dass der iranische Ölminister davon ausgeht, dass die Rückkehr des Iran keinen Einfluss auf die Ölproduktion der übrigen OPEC Mitglieder haben wird, was gleichbedeutend mit der Steigerung der Überversorgung um die Menge der iranischen Ölexporte ist. Erstmals wurde nun auch von der offizieller Seite des Iran bestätigt, dass man bereits Mengen aus dem erwarteten Exportkontingent verkauft hat und somit nur noch auf die Aufhebung der Sanktionen warten muss, damit diese Mengen auf den Markt kommen.

Für den Markt bedeutet dies, dass eine Verknappung der Versorgungslage mittelfristig vom Tisch ist, sollten die anderen Länder der OPEC ihre Produktionslevel unverändert lassen, so wie es Saudi-Arabien mehrfach betont hat.

Mit der Erwartung steigender US Rohölbestände und den Kommentaren aus dem Iran ist die kurz- bis mittelfristige Markteinschätzung bearish einzustufen.

 

Fundamental bearish                  Chartanalyse neutral

 

 

 

19. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 50.22 $   Crude (WTI): 47.03 $  Gasoil  459.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9536   Rheinfracht: 72.25 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Fester Start mit chinesischen Konjunkturdaten – Volatile Woche erwartet

 

Die Anzahl der US Ölbohranlagen ist in der letzten Woche erneut gefallen und liegt nun bei nur noch 595. Trotzdem steigen die wöchentlichen US Ölbestände weiter stetig an. Allein in der letzten Woche den stärksten Anstieg seit sechs Monaten. Die Bestandsaufbauten bei Rohöl könnten in den kommenden Wochen nun aber wieder geringer ausfallen, da die Wartungsarbeiten an den Raffinerien zum November hin abgeschlossen sind und der Rohölbedarf der Anlagen mit der zunehmenden Auslastung wieder steigen wird.

Marktteilnehmer werden diese Woche mehrere wichtige Faktoren im Auge behalten müssen. In Wien beginnen heute Gespräche zwischen allen Parteien, die im iranischen Atomabkommen involviert sind. Auch wenn nicht vor Mitte Dezember mit einer Lockerungen zu rechnen ist, könnten bei den Meetings interessante Neuigkeiten über den weiteren Ablauf durchsickern.

Die Konjunkturdaten aus China stützen etwas, da das BIP besser als erwartet ausfiel, wobei der Einfluss in Anbetracht der noch anstehenden Ereignisse in dieser Woche momentan zu vernachlässigen ist.

 

Fundamental neutral     Chartanalyse neutral

 

 

 

16. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 50.46 $   Crude (WTI): 47.16 $  Gasoil  461.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9535   Rheinfracht: 69.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Gegenreaktion nach bearishen US Ölbestandsdaten – Aktienmärkte gaben Auftrieb

 

Die Trader an den Ölbörsen in London und New York hatten sich gestern zunächst noch auf den bearishen Einfluss der starken Bestandsaufbauten bei Rohöl konzentriert, die ein weiterer Beleg für eine bestehende Überversorgung sind. Allerdings wechselte der Fokus später wieder auf die US Ölförderung, die als Gradmesser für den Rückgang des allgemeinen Produktionsniveaus der Nicht-OPEC-Länder und die sinkende Überversorgung herangezogen wird. Noch liegt die Förderung laut den wöchentlichen Daten allerdings über dem erwarteten Durchschnittsniveau für Oktober.

Während der Einfluss des Euro/Dollar-Kurses auf die Öl-Futures schon in den letzten Wochen kaum mehr zu spüren war, haben die Aktienmärkte an Bedeutung gewonnen. Als Indikator für die Wirtschaftsentwicklung, und damit auch für das Ölnachfragewachstum, übertrug sich die Aktienrallye am US Markt vom späten Abend gestern auch auf die Preise an der Börse. Diese lösten bei Handelsprogrammen, die auf Veränderungen an den Aktienmärkten reagieren, vermutlich automatische Short-Coverings aus. Fundamental bleibt das Aufwärtspotenzial durch die mittelfristig erwarteten Exporte des Iran begrenzt.

 

Fundamental neutral     Chartanalyse neutral bis bullish

 

 

 

15. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 49.30 $   Crude (WTI): 46.39 $  Gasoil  461.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9493   Rheinfracht: 69.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Ähnliche Morgenpreise wie gestern

 

Leicht festere Öl Börsen und ein schwächerer Dollar ergeben heute Morgen ähnliche Tagespreise wie gestern. Die US Rohöl- Vorräte sind stark angestiegen, wobei die Destillate in den Raffinerien massiv abgenommen haben. Widersprüchliche Markterwartungen betreffend der Öl- Nachfrage im 2016, zusätzlicher Exporte aus dem Iran und die Frage, ab wann sich die Investitions- Kürzungen in der Produktion manifestieren, lassen aktuell viel Spielraum für Spekulationen.

 

Fundamental neutral bis bearish           Chartanalyse neutral

 

 

14. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 49.33 $   Crude (WTI): 46.76 $  Gasoil  453.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9575   Rheinfracht: 69.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Futures gaben mit bearisher Charttechnik und IEA Report nach – Warten auf US Ölbestände

 

Mit dem Bericht der IEA folgte gestern nun der letzte wichtige Monatsreport für Oktober. Hier rechnet man damit, dass sich das Ölnachfragewachstum 2016 abschwächen wird, während die Ölförderung aus den USA und von den Nicht-OPEC-Ländern insgesamt fallen wird. Die zusätzliche Förderung des Irans wird diesen Rückgang allerdings kompensieren, da man hier mit einem Anstieg der Produktion rechnet.

Die Marktteilnehmer haben sich damit abgefunden, dass der Markt 2015 überversorgt ist und auch bis zum Jahresende bleibt. Daher konzentrierte man sich an den Ölbörsen zuletzt verstärkt auf die erwartete Entwicklung in 2016, wenn der Markt ab der zweiten Jahreshälfte vermutlich deutlich ausbalancierter sein wird. Bevor hier eine Trendwende nicht in Sicht ist, werden Marktteilnehmer Preisanstiege immer wieder für Gewinnmitnahmen und neue Short-Positionen nutzen und so eine nachhaltige Preisrallye verhindern.

Mit einer erwarteten Überversorgung, zumindest in der ersten Jahreshälfte 2016, ist ein ausgeglichener Markt allerdings noch weit weg.

 

Fundamental bearish     Chartanalyse neutral bis bearish

 

 

 

13. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 50.33 $   Crude (WTI): 47.59 $  Gasoil  464.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9612   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Futures am US Feiertag weicher – OPEC Produktion und erwartete US Bestandsaufbauten belasten

 

Der von der OPEC gestern veröffentlichte Monatsreport hat die Nachfrageerwartung für das laufende und das kommende Jahr nach oben korrigiert, während die Erwartung für die Ölproduktion von Ländern außerhalb der OPEC gesenkt wurde. Die Förderung soll im kommenden Jahr sinken, sodass das Kartell 2016 mit einem Anstieg des Bedarfs rechnet.

Der Markt ist aber weiter stark überversorgt und eine nachhaltige Preisrallye ist unter diesen Aspekten unwahrscheinlich. Vor allem die Idee Venezuelas, das die Etablierung eines Preisbandes mit einer Untergrenze von 70 Dollar pro Barrel gefordert hat, ist damit unrealistisch.

Marktteilnehmer warten nun auf die US Ölbestände, bei denen sich bearishe Zahlen andeuten. Die Daten des API und DOE werden in dieser Woche allerdings einen Tag später als üblich veröffentlicht, da in den USA gestern der Columbus Day gefeiert wurde.

 

Fundamental neutral bis bearish             Chartanalyse bearish

 

 

 

12. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 53.14 $   Crude (WTI): 50.05 $  Gasoil  489.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9610   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

WTI bleibt im Bereich von 50 Dollar – OPEC plant Treffen am 21. Oktober

 

Die Anzahl der aktiven US Ölbohranlagen ist in der vergangenen Woche erneut um neun auf nun insgesamt 605 gesunken. Dies ist der sechste Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit Sommer 2010. Für die Marktteilnehmer ein weiteres Zeichen, dass die US Rohölförderung wie erwartet weiter sinken wird, auch wenn die Produktion nur verzögert auf die Veränderung reagiert.

Der Rückgang ist zwar stützend, man geht allerdings davon aus, dass die Daten aus China am morgigen Dienstag im Fokus stehen werden. Die Ölbörsen sind trotz des US Feiertages Columbus Day zwar geöffnet, allerdings dürfte das Handelsinteresse dennoch etwas geringer als üblich sein. Und wenn dann morgen die chinesischen Außenhandelsdaten kommen, könnte dies die Futures in London und New York bewegen, da damit auch die Rohölimportzahlen veröffentlicht werden. Unterm Strich rechnet man im Wochenverlauf allerdings eher mit enttäuschenden Daten aus China.

 

Fundamental neutral bis bullish              Chartanalyse neutral

 

 

 

9. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 53.92 $   Crude (WTI): 50.41 $  Gasoil  489.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9661   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

WTI schnellt auf über 50 Dollar – Syrien, Fed und Aktien geben Rückenwind

 

Auch wenn Syrien kein Land ist, das große Mengen an Öl fördert und mittlerweile auch kein Transitland mehr für Ölpipelines aus dem Irak ist, so erhöhen die Trader dennoch die Risikoprämie an den Ölbörsen. Bewaffnete Konflikte im Nahen Osten schüren immer die Angst vor einem Übergreifen auf andere Länder in der Region, die einen Großteil der Ölförderung der OPEC ausmacht, zumal wenn von Luftraumverletzungen und Raketeneinschlägen in Nachbarländern berichtet wird.

Die fundamentale Marktlage hat sich zwar im Wesentlichen nicht verändert, allerdings geht die EIA davon aus, dass die Überversorgung geringer als bisher gedacht ist und somit auch schneller abgebaut werden könnte. Hinzu kommt die Syrien bezogene Risikoprämie, sowie die bullishen Impulse des FOMC Sitzungsprotokolls von gestern. Auch die Aktienmärkte, als Gradmesser der globalen Wirtschafts- und Ölnachfrageentwicklung, stützen mit ihrem Anstieg die Preise an den Ölbörsen in London und New York.

Zunächst einmal bleibt der Ölpreis allerdings fest und so knackt WTI im frühen Handel nochmals die 50 Dollar-Marke, was technische Anschlusskäufe auslöst. Mit dem Anstieg am Morgen deuten sich rein rechnerisch weitere Preisanhebungen an.

 

Fundamental neutral bis bullish              Chartanalyse neutral bis bullish

 

 

 

8. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 51.75 $   Crude (WTI): 48.03 $  Gasoil  480.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9717   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Preisrallye technisch und durch DOE ausgebremst

 

Die gestrigen DOE-Zahlen haben den kurzfristig bullishen Daten vom Wochenanfang nun zusätzlich den Wind aus den Segeln genommen. Die US Ölproduktion verhält sich weiter nicht proportional zur Entwicklung der Anzahl der US Ölbohranlagen – vor allem nicht kurzfristig. Die Förderung in den USA ist gestiegen und die Aufbauten sowohl bei Rohöl als auch bei den Gesamtbeständen der Produkte macht klar, dass die Überversorgung weiter akut ist und Knappheit nicht zu erwarten sind. Auch wenn die EIA mit einer nun geringeren Überversorgung als zuvor rechnet, so bleibt die Nachfrage 2015 und 2016 hinter dem Angebot zurück, sodass die Überproduktion zwangsläufig zu weiteren Bestandsaufbauten führen wird.

Global gesehen wird es daher noch lange dauern, bis die Überversorgung in ein bullishes Marktumfeld kippt. Der Markt will immer, dass alle Probleme über Nacht gelöst werden, vergisst dabei aber, dass es lange Zeit braucht bis Investitionsrückgänge in einer so großen Industrie wirksam werden.

Durch den Kursrückgang an der ICE gestern deuten sich auch heute Morgen für das Inland bereits rechnerisch Preisnachlässe an.

 

Fundamental neutral                  Chartanalyse neutral

 

 

 

7. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 52.74 $   Crude (WTI): 49.64 $  Gasoil  493.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9667   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Bullisher Monatsreport, API Bestandsdaten und technische Kaufsignale lassen Preise steigen

 

Aus dem bereits gestern Nachmittag veröffentlichten Monatsreport der EIA geht hervor, dass die US Ölförderung im September abgenommen hat. Der Rückgang ist allerdings weniger überraschend und wurde im Vorfeld etwa in dieser Größenordnung erwartet. Die US Ölproduktion soll sich für das verbleibende Jahr nun auf diesem Niveau zunächst stabilisieren und erst im kommenden Jahr wieder deutlich sinken.

Auf einer Konferenz in London äußerten sich gleich mehrere wichtige Personen aus dem globalen Ölmarkt. Besondere Beachtung fanden die Kommentare von Abdalla Salem el-Badri, Generalsekretär der OPEC, El-Badri beziffert die globalen Investitionskürzungen 2015 in der Ölbranche auf 521 Mrd. Dollar. Dies werde zwangsläufig das Produktionswachstum verlangsamen, zu einer Reduzierung des Angebots und ultimativ zu höheren Preisen führen.

Dennoch gebe es Zeichen, dass sich der Abwärtstrend drehen könnte. Nichtsdestotrotz bleibt die erwartete Rückkehr iranischer Ölexporte ein bearisher Faktor im letzten Quartal.

Nach der massiven Preisrallye gestern sowie den neuen Hochs von heute Morgen ist bei den Inlandspreisen zunächst mit einer massiven Preissteigerung zu rechnen.

 

Fundamental neutral bis bullish Chartanalyse neutral bis bullish

 

 

 

6. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 49.21 $   Crude (WTI): 46.15 $  Gasoil  469.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9753   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Bullishe Faktorkombination lässt Ölpreise anziehen

 

Der Rückgang der aktiven US Ölbohranlagen in der letzten Woche habe bei einigen Marktteilnehmern den Eindruck erweckt, dass die Ölproduzenten nun kapitulieren und durch die niedrigeren Preise an den Ölbörsen zahlreiche Projekte nun stilllegen.

Auch wenn die Zahlen durchaus darauf hindeuten, dass die US Ölförderung weiter sinkt, so gibt es Zweifel, dass dies zu einem Preisanstieg an den Ölbörsen führen wird. Hintergrund sind mehrere Faktoren, die einer starken Preisrallye mittel- und langfristig entgegenstehen. Der zu anderen Währungen relativ feste Dollar ermögliche den Produzenten selbst bei fallenden Preisen daher relativ gute Erträge und eine hohe Ölproduktion.

Experten argumentieren mit der konstanten Überversorgung, die sich auch bei einem leichten Rückgang der US Ölförderung wohl nicht auflösen und auch im kommenden Jahr präsent sein wird, weiter hat man zudem Zweifel an der globalen Konjunkturentwicklung. Vor allem China belastet den Ausblick, dessen Wirtschaft die geringsten Zuwachsraten seit 20 Jahren aufweist, in den letzten Jahren allerdings den Großteil des Ölnachfragewachstums ausgemacht hatte.

 

Fundamental neutral     Chartanalyse neutral

 

 

 

5. Oktober 2015

 

Rohöl/Barrel:  Brent : 48.44 $   Crude (WTI): 45.89 $  Gasoil  464.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9712   Rheinfracht: 65.00 CHF/to   Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Anzahl der US Ölbohranlagen stark gefallen – Saudi Arabien senkt Ölpreise für November

 

Der in der letzten Woche zunächst noch bullishe Einfluss von Hurrikan Joaquin dürfte sich mittlerweile erledigt haben. Da es auf Seiten des Angebots wohl keine größeren Ausfälle geben wird, sollte der bearishe Einfluss von Überschwemmungen in Teilen der US Ostküste überwiegen. Die Nachfrage nach Treibstoffen werde ein paar Tage geringer als üblich sein.

Russland hat unterdessen im September seine Ölproduktion wieder erhöht und so viel wie seit der Sowjet Union nicht mehr gefördert. Damit behauptet das Land seine Position als größter Ölproduzent der Welt. Saudi-Arabien hat unterdessen reagiert und scheint den Preiskampf innerhalb der OPEC  weiter zu befeuern.

Vermutlich ist dies eine Reaktion auf die Preispolitik von Irak und Kuwait, die ihre Niveaus stärker als Saudi-Arabien gesenkt hatten. Aber auch die vom Iran angekündigte Exportsteigerung dürfte Saudi-Arabien unter Druck gesetzt haben, das damit eindeutig signalisiert, dass der Fokus weiter auf der Maximierung der Marktanteile und weniger auf die Anhebung des Preisniveaus liegt.

Die Woche könnte sehr volatil werden, da Marktteilnehmer neue gegensätzliche Einflüsse einpreisen müssen.

 

Fundamental neutral     Chartanalyse neutral