AVIA Vereinigung Schweiz

Archiv September

28.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 112.42 $  Crude (WTI)  92.41 $  Gasoil 987.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9359  Rheinfracht: 18.50 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Mittwoch legten die Notierungen gestern wieder deutlich zu (plus 2.6 % im Rohöl Brent). Die verbalen Angriffe Israels und Irans an der UNO Konferenz und die Angst vor einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen unterstützten die Märkte. Die Ölexporte aus dem Sudan sollten in Zukunft wieder unter vernünftigen Bedingungen möglich sein, nachdem der Sudan und Südsudan ein Vereinbarung getroffen haben. Teilweise widersprüchliche Wirtschaftsnachrichten und das Gerücht um ein Stimulierungsprogramm Chinas gaben ebenfalls bullishe Signale. Markteinschätzung: Fundamental „neutral“, Charttechnisch: „bullish“

 

27.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 110.39 $  Crude (WTI)  90.30 $  Gasoil 971.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9383  Rheinfracht: 18.50 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die heftigen Bewegungen während des gestrigen Tages wurden schlussendlich wieder

ausgeglichen und brachte uns heute Morgen praktisch die gleichen Marktpreise wie Gestern.

Die Rheinfracht zieht auf Grund der angestiegenen Nachfrage leicht an.

 

26.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 109.86 $  Crude (WTI)  90.80 $  Gasoil 969.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9391  Rheinfracht: 18.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die Tagescharts sind oft vergleichbar mit einer  Bergtour. Man kennt in etwa die Route, weiss wo man rasten und essen will und überlegt aber oft zu wenig, oder kann es gar nicht voraussehen, wie das Wetter wird. Der gestrige Tag war auch wieder so eine“Wanderung“, steiler Anstieg, Rastphasen, aber das Wetter (Dollar) spielte plötzlich nicht mehr mit und auch der Wind (Akitenindizes) waren plötzlich unberechenbar, mit Spitzengeschwindigkeiten, dass man man die Route ändern und sogar umkehren musste.  Und der Abstieg auf der nicht vorgesehen Route war steil.  (siehe die 24 Std-Tick-Charts unten).

Und das spiegelt klar, dass man auch in der Ölwelt verschiedene Faktoren berücksichtigen muss.

 

Die Tour (Route)

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Das Wetter

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Der Wind mit Spitzengeschwindigkeiten

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25.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 109.75 $  Crude (WTI 92.03 $  Gasoil 968.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9373  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Im Sog schwacher Aktienmärkte und schlechter als erwarteten Wirtschaftzahlen, vor allem aus Deutschland, gaben die Rohölnotierungen ebenfalls leicht nach. Dollarbereinigt werden wir davon für die Produkte in der Schweiz jedoch kaum davon profitieren. Die Drohungen Irans an die Adresse Israels blieb (vorerst) ohne Wirkung auf die Börsenpreise.

 

Nach aussen vertreten die OPEC Staaten die Meinung, 100 $ für das Fass Rohöl sei „fair“. Aber eben – sie nehmen auch gerne mehr. Für die ausgeglichenen Staatshaushalte sind zum Teil deutlich höhere Zahlen budgetiert (Russland sollte 126 $ haben !).

 

24.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 110.57 $  Crude (WTI 92.17 $  Gasoil 973.75 $ pro Tonne

Dollar: 0.9345  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Der Markt war am letzten Wochentag nochmals von Stärke geprägt. Die Woche bzw. die zwei Wochen brachten grosse Ausschläge. Geht es dem Dollar als Leitwährung in der Ölwelt bald an den Kragen? In Libyen geht das Volk wieder auf die Strasse und wehrt sich gegen die Übergangsregierung, welche nicht besser sei, als der getötete Tyrann Gadaffi. Netto-Positionen wurden aufgebaut, Baisse Positionen zum Teil abgebaut = man wettet erneut auf steigende Preise.

 

Sind es Gerüchte, dass China bald seinen ganzen Rohölimport/-export nicht mehr in Dollar, sondern in Yuan abwickeln wird. (der ausführliche und interessante Artikel kann bei uns angefordert werden  mail an anton.eigenmann@langenergie.ch ) Das könnte grosse Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben, ja eventuell sogar einen „Finanz-Tsunami“ auslösen, wie Experten meinen. In Libyen brodelt es wieder. „Warum haben wir Gadaffi eliminiert, wenn das neue Regime (Übergangsregierung) im gleichen Stil wurstelt“, so die Oppositionellen. Der starke Wochenabschluss veranschaulicht deutlich, wie volatil die Märkte derzeit sind (Woche 38: Tiefstnotierung 107.85, Höchst 113.79 = Differenz von 5.5 % - Woche 37 –Tief zu Hoch = 1.6 % - über Woche 37/38 Tief zu Hoch = 7.9 %, alles bezogen auf Rohöl Brent). Diese Zahlen veranschaulichen doch klar, wie nervös die Märkte derzeit handeln.   

 

21.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 110.28 $  Crude (WTI 93.03 $  Gasoil 972.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9323  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

„Nach dem gestrigen erneuten Erdrutsch würde eine (vielleicht sogar heftige) Gegenreaktion  nicht überraschen“ – das war unser Marktkommentar von gestern. Et voilà – eingetroffen (siehe 24 Std. Chart). Es sind verschiedene Gründe, welche für die Gegenreaktion verantwortlich sind. Vielleicht gehört die „Schnäppchenzeit“ für die nächsten Wochen tatsächlich der Vergangenheit an.

 

Weder die schwachen Konjunkturzahlen aus Europa, den USA und China konnten den Kursrückgang der Vortage stoppen. Die grossen Marktteilnehmer und Spekulanten wollen nun einfach höhere Preise sehen, sonst schwimmen ihnen die „Gewinnfelle“ davon. Markteinschätzung: Fundamental: Neutral – Charttechnisch: Neutral bis bullish“.

 

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20.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 107.91 $  Crude (WTI 91.03 $  Gasoil 955.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9313  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Nach dem gestrigen erneuten Erdrutsch würde eine (vielleicht sogar heftige) Gegenreaktion  nicht überraschen. Die DOE Lagerzahlen wurden unterschiedlich interpretiert. Die Konjunkturdaten – gar nicht so schlecht – spielten eine untergeordnete Rolle. Israel-Iran – Attacke noch vor US Wahl? Iran entsendet U-Boot in den persischen Golf. Weitere Zinssenkung der EZB kein Tabu mehr. Intervention der japanischen Notenbank – auch sie will ihr Anleihenkaufprogramm für 2013 nochmals deutlich aufstocken – Reaktion der Finanzmärkte. Es läuft derzeit im Markt soviel ab, was gar nicht mit Öl im Zusammenhang steht. Markteinschätzung derzeit enorm schwierig, denn es wird eindeutig eine neue Richtung gesucht (vielleicht noch diese Woche gefunden).

 

Man dürfte jetzt annehmen, dass der Absturz am Montag keine Computerpanne war, denn offenbar wollten oder wollen Grossinvestoren einfach tiefere Preise sehen, um dann nachher (weil sie im Hinterkopf eigentlich auf steigende Preise wetten) mit deutlichen Gewinnen wieder verkaufen können. Die „Burschen“ kennen das Handwerk und mit viel Kapital ist (fast) alles zu erreichen. Die Umsätze an den Börsen waren wesentlich höher als am Vortag und das zeigt,  dass viele Marktteilnehmer oder Marktteilnehmer mit grossem Volumen tätig waren. Der Haussetrend, welcher seit Ende Juni 2012 angehalten hat, scheint – mindestens vorübergehend – abgeschwächt.

 

19.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 112.56 $  Crude (WTI 96.01 $  Gasoil 985.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9280  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Kaum war der Schock des Vortages durch die Börsianer etwas verdaut, folgte die nächste „lauwarme“ Dusche. Die Notierungen gaben nochmals nach und schlossen erneut 2 $ pro Barrel unter Eröffnungsniveau. Die Suche nach den Ursachen des Tauchers am Montag geht weiter. Es könnte sich um ein Computerproblem handeln, denn ca. 70 % an der Börse laufen heute über diese Programme. Wozu braucht es eigentlich noch „Menschen“, welche Entscheidungen treffen, wenn Computer auch „spekulieren“ können? Oder sind das einfach Ausreden, um das Spekulationsverhalten von grossen Marktteilnehmern zu rechtfertigen? Eine Gegenreaktion nach dem Einbruch über zwei Tage infolge würde heute nicht überraschen.

 

18.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 113.58 $  Crude (WTI 96.50 $  Gasoil 989.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9281  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die Rohölnotierungen brachen im gestrigen Tageshandel (ab 18 Uhr) um rund 3 % ein, Die einen Marktteilnehmer erachten dies als übertriebene Gegenreaktion zu den seit 4.9.12 nur steigenden Preisen, die anderen als „überfällige“ Reaktion. Viele Marktteilnehmer haben so Gelegenheit, eingegangene Shortpositionen auf günstigerem Niveau einzudecken. Das könnte die Preise dann wieder nach oben treiben. Spekulanten haben ihre Netto Longpositionen im Rohöl ausgebaut (wetten auf steigende Preise).  Iran und EU setzen Atomverhandlungen in gespannter Atmosphäre fort. Anschlag auf Pipeline im Irak.

 

„Der plötzliche Preisrutsch hinterlässt ratlose Händler“ – so ein Kommentar von Futures-Services aus Deutschland. Die US Regierung dementiert Gerüchte um die Freigabe von strategischen Reserven, welche diesen „Preisrutsch“ ausgelöst haben könnten. Die Option liege aber weiter auf dem Tisch, so ein Sprecher des weissen Hauses. Die deutsche Kommerzbank erwartet laut einer Mitteilung weiter steigende Preise. Dies vor allem wegen den gewaltsamen antiwestlichen Protesten und der Meinungsverschiedenheiten mit dem Iran. Laut CFTC haben Spekulanten (auch Hedge Fonds) ihre Netto Longpositionen im Brent und Crude Rohöl in der abgelaufenen Woche deutlich erhöht. Man wettet also weiter auf steigende Preise und wird alles dafür tun, dass diese auch erreicht werden.

 

17.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 116.99 $  Crude (WTI 99.18 $  Gasoil 1013.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9258  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Iranische Elitesoldaten als „Berater“ in Syrien. Das bullishe Marktumfeld hält Preise – trotz unterschiedlichen Wirtschaftszahlen - hoch. Das IEA sieht in den hohen Ölpreisen eine Gefahr für die Wirtschaftsentwicklung. Markteinschätzung: Charttechnisch neutral, Fundamental neutral bis bullish. Dollar kränkelt weiter und verhilft uns zu moderaten Preisaufschlägen in der Schweiz. Aber der Exportindustrie tut’s weh.

 

Bei recht dünner Nachrichtenlage behalten die Marktteilnehmer den Fokus vor allem auf die Unruhen im Nahen Osten. Die Proteste und Demonstrationen weiten sich in der arabischen Welt  weiter aus.  Nicht nur die USA, sondern auch andere westliche Länder sind Ziel der Anschläge. Es ist anzunehmen, dass Risikoprämien weiterhin in die Ölpreise „eingepriced“ werden.

 

14.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 116.93 $  Crude (WTI 99.56 $  Gasoil 1010.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9338  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Der FED Entscheid gestern Abend gab vor allem den US Aktienmärkten gewaltig Schub. Dow Jones auf dem höchsten Stand seit Dezember 2007 ! Die Rohölmärkte wollten nicht so recht mitziehen, handeln heute früh aber sehr fest. Crude in New York nahe an der psychologischen Marke von 100 $ pro Barrel. Deutliche Worte (nur Worte ?) im Atomstreit an die Adresse des Irans. Dollar "kränkelt".

 

Die vom FED angekündigten Anleihenkäufe von Immobilienpapieren im Umfang von monatlich 40 Milliarden $ und die Verlängerung der Tiefzinspolitik sorgten eigentlich nur bei den Aktienmärkten (und nicht bei allen) für positive Stimmung. Man könnte es vielleicht so zusammenfassen: Pessimisten sind positiv überrascht, die Optimisten etwas enttäuscht. Die erneut aufgeflammten Unruhen wegen dem viel erwähnten Video sorgen weiterhin für Ängste, dass der arabische Frühling noch nicht zu Ende ist. Das Auffahren von Kriegsschiffen in der Region und das Entsenden von US Eliteeinheiten zum Schutz der Botschaften wird auch die Ölmärkte in den nächsten Tagen weiter auf Trab halten. Wer Öl für den Winter braucht – die Temperaturen sind ja auch nicht mehr gerade „sommerlich“ - tut gut daran, sich einen Kauf –  wenn auch etwas hohem Niveau – zu überlegen. Ob tiefere Preise wieder kommen, ist eventuell reines Wunschdenken. Eine sehr bewegte – aber auch interessante - Ölwoche geht zu Ende und wir wünschen all unseren Leser/Innen dieser News ein sonniges und erholsames Wochenende.

 

13.09.2012

 

9.23 Uhr - Die USA vermuten terroristischen Hintergrund beim Angriff in Benasi auf die US Botschaft mit Toten und antwortet mit der Entsendung von Kriegsschiffen in die Region.

 

 Rohöl/Barrel:  Brent 116.05 $  Crude (WTI 97.05 $  Gasoil 1005.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9365  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die Chartbilder spiegeln die Hektik des gestrigen Handelstages an der Börse. Sicher auch eine Folge des Vorentscheides des Bundesverfassungsgerichtes in Deutschland zum Euro Rettungsschirm (ja, mit Vorbehalten). Geopolitische Spannungen begrenzen den Abwärtsspielraum. Der UN Sicherheitsrat will Druck auf den Iran erhöhen. Israel bezichtigt USA der Lüge und das erzeugt Spannungen „unter Freunden“.  Heute wird ein weiterer, wegweisender Entscheid des FED über die Lockerung der Geldpolitik erwartet. Auch aus zyklischer Sicht ist der Markt anfällig auf grosse „Ausreisser“ in beide Richtungen. Die leicht bearishen DOE Lagerzahlen traten gestern in den Hintergrund.

 

Israel drängt mehr denn je auf eine militärische Lösung im Atomstreit gegen den Iran, d.h. man will die mutmasslichen Arbeiten an einem iranischen Nuklearwaffenprogramm mit einem Militärschlag stoppen. Die USA - Obama käme ein weiterer Krieg im Wahlkampf alles andere als gelegen – setzt weiter auf Sanktionen und auf „Zeit“, was in Israel ungewöhnlich scharf kritisiert wurde. Die „5 + 1“ Gruppe des UN Sicherheitsrates hat sich gestern gegen den Willen von Russland und China auf einen Entwurf geeinigt, welcher den Iran diplomatisch weiter einengen würde. Das wird dort aber eher mit Gelassenheit entgegengenommen. Die neuen Unruhen in Ägypten und Libyen, wo US Botschaftspersonal getötet wurde, sorgen nicht gerade für eine Entspannung der Lage und sogenannte „eingepricde Risikoprämien“ könnten steigen. Markteinschätzung: Fundamental und charttechnisch weiter auf „neutral bis bullish“.

 

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12.09.2012


10.23 Uhr Karlsruher Richter billigen den ESM, allerdings nur unter Auflagen!

Das Bundesverfassungsgericht genehmigt den Beitritt Deutschlands zum Euro-Rettungsschirm ESM mit Vorbehalten. Es müsse sichergestellt werden, dass die Haftung Deutschlands auf die vereinbarten 190 Milliarden Euro beschränkt bleibe und nur mit Zustimmung des Bundestages erhöht werden könne, so Gerichtspräsident Vosskuhle.

 

 

Rohöl/Barrel:  Brent 115.50 $  Crude (WTI 97.26 $  Gasoil 1013.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9384  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Im Vorfeld des heutigen Vorentscheides des deutschen Bundesgerichtshof zum Thema Euro-Rettungsschirm war enorme Bewegung in den Finanz-/Aktien- und Rohstoffmärkten. Erdgas legt am zweiten Tag infolge enorme 8 % zu (Erdgas ist oft der Vorläufer für die weitere Richtung im Rohöl). Einzig der Dollar spielte dabei nicht mit (ihm haben wir es zu verdanken, dass die Preiserhöhungen in der Schweiz heute nur moderat ausfallen). Die Märkte handeln heute früh sehr fest. Goldman Sachs sieht höhere Rohstoffpreise, wenn FED Geldpolitik lockert. Es könnte heute ein  „verrückter“ Tag an der Börse werden. Markteinschätzung derzeit - Charttechnisch und Fundamental - bullish.

 

Man übertreibt vermutlich nicht, wenn man sagt, dass die ganze Finanz-Welt heute auf den Vorentscheid in Deutschland zum Thema Rettungsschirm (Beteiligung Deutschland ja oder nein.. oder ja, aber) fokussiert ist. Die meisten Experten gehen zwar davon aus, der der Entscheid positiv ausfallen wird. Sollte das FED morgen Nachmittag Lockerungen in der Geldpolitik beschliessen, so könnte dies gemäss den Analysten von Goldman Sachs dazu führen, dass liquide Mittel in Aktien und Rohstoffe fliessen und einen weiteren Preisschub nach oben auslösen. Die Überlegung ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Die Ratingagentur Moody’s warnt die USA erneut mit einer Herabstufung, wenn man keine Lösung für das US Schuldenproblem findet. Und dann werden heute um 16.30 Uhr auch noch die DOE Lagerzahlen aus den USA publiziert. Also eine ganze Reihe wichtiger Entscheide, welche ausschlaggebend für die Reaktion der Märkte sein können.

 

11.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 114.54 $  Crude (WTI 96.21 $  Gasoil 985.25 $ pro Tonne

Dollar: 0.9459  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Der gestrige Tag war erneut von grosser Nevosität geprägt (geringes Handelsvolumen). Während praktisch sämtliche Produkte in etwa auf Eröffnungsniveau aus dem Handel gingen, legte Erdgas in New York innert 10 Stunden um satte 7.5 % zu (Chart unten). Gas ist oft der „Vorläufer“ für die weitere Rohölentwicklung. In dieser Woche stehen diverse Entscheidungen an, welche für den weiteren Kursverlauf massgebend sein werden und es könnten extreme Ausschläge in die eine oder andere Richtung geben.

 

Morgen wird der Entscheid des deutschen Verfassungsgerichtes über die Klage zur Beteiligung zum Euro-Rettungsschirm erwartet. Ebenfalls ab Morgen bis Freitag dürfte der Ausgang der Anleihenauktion Italiens einen Hinweis über die Intervention der EZB zur Eurokrisenberuhigung liefern. Auch der Entscheid des FED über Interventionen am Geldmarkt wird – wie auch aus China - diese Woche erwartet. Das Gerüct über die Freigabe strategischer Reserven (könnte den Preisanstieg vorübergehend etwas eindämmen) – liegt im Entscheidungsbereich jedes einzelnen Landes – geistert wieder herum. Es wird also über viele Wenn und Aber diskutiert und spekuliert. Ende Woche wissen wir (vielleicht) mehr.

 

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10.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 114.50 $  Crude (WTI 96.30 $  Gasoil 988.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9458  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die Ölbörsen stehen weiterhin unter dem positiven Entscheid der EZB vom 6.9.12 und bleiben auch in Erwartung expansiver FED Massnahmen. Das hielt die Märkte am Freitag im Laufe des Tages auf Trab und die Notierungen legten im Abendhandel (s/Chart) – nach Durchbruch durch diverse Widerstandsmarken (rote Linien in den Charts) – nochmals zu. Die Produktion in der Nordsee fällt auf 30 Jahrestief. OPEC Meeting früher als geplant bereits im Oktober.   

 

Die US Produktion im Golf von Mexiko ist wieder bei knapp 90 % angelangt. Die Rohöl-Börsen handelten am Freitag – beeinflusst durch diverse Wirtschaftszahlen, welche schlechter als erwartet ausgefallen sind - äusserst volatil. Gegen Handelsschluss zogen die Notierungen aber nochmals kräftig an. Gerüchte um ein neues Anleihenkaufprogramm der FED machten die Runde. Und da gilt – wie oft  - der Börsenspruch: „Buy the rumors, sell the facts“ d.h. kaufe die Gerüchte, verkauft die Fakten. Die Märkte werden derzeit wie folgt eingeschätzt: Fundamental „neutral bis bullish“, Charttechnisch „neutral“

 

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07.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 113.33 $  Crude (WTI 95.20 $  Gasoil 982.00 $ pro Tonne

Dollar: 0.9544  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die EZB belässt den Leitzins auf tiefen 0.75 %, beschliesst aber Anleihenkäufe von Krisenstaaten wie Italien oder Spanien. Die Märkte reagieren unterschiedlich (Aktienindizes mit deutlichem Plus, Rohöl schliesst nach einer ersten bullishen Reaktion leicht im Minus). Die USA fordern vom Irak das Abfangen von iranischen Waffenfliegern. Moskau warnt den Westen eindringlich vor einem Angriff auf den Iran. Griechenland will Öl suchen. Ob sie da erfolgreicher sein werden als in der Bewältigung der Schuldenkrise? Die erwarteten Abbauten bei den DOE Zahlen sorgten nicht mehr für grosse Aufregung.

 

Es war im Vorfeld erwartet worden, dass EZB Chef Draghi in die Richtung von Ankäufern von Anleihen gehen wird, sehr zum Missfallen von Deutschland. Die Märkte, vor allem die Aktienwerte, schossen im Anschluss an die Pressekonferenz in die Höhe und schlossen – zum Teil - mit 2 % im Plus. Rohöl machte das Kursrallye vorerst mit, glaubte dann offenbar aber doch nicht ganz daran und schloss leicht unter Eröffnungsniveau. Zu sehr drücken offenbar im Moment die Ängste um eine Rezession.  Heute stehen noch wichtige Publikationen von Wirtschaftsdaten aus den USA an (Arbeitslosenquote etc.).  Diese könnten dem Markt neue Impulse verleihen. (Pressekonferenz EZB kurz nach 14.30 - siehe Zeitpunkt unten für die Reaktion der Märkte)

 

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06.09.2012

 

14.49 Uhr:  EZB belässt Leitzins auf tiefen 0.75 % und kündigt Kauf von Staatsanleihen an. 

 

Rohöl/Barrel:  Brent 113.48 $  Crude (WTI 95.90 $  Gasoil 982.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9560  Rheinfracht: 19.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Ein Jahr nach Festlegung der Untergrenze der SNB auf 1.20 zum Euro, wartet man mit grossem Interesse auf die Geldpolitikentscheidung der EZB. Wird es wieder ein politische Rede sein, dass man alles tun werde, um den Euro zu retten oder sind es diesmal Facts in Form von Stimulierungsmassnahmen. Auch wichtige Wirtschaftszahlen (vor allem Arbeitsmarktdaten) aus den USA werden heute publik. Ebenfalls erwartet man heute (wegen dem Feiertag am Montag um einen Tag verspätet) um 17 Uhr die Publikation der DOE Lagerzahlen. In Libyen steht ein Ölfeld in Flammen und in Jemen ist eine Pipeline nach einem Anschlag ausser Betrieb. Der Iran droht USA erneut mit Gegenschlägen bei einem Angriff Israels.

 

Vor allem im Vorfeld des EZB Statements handelten die Märkte gestern extrem volatil und das dürfte sich auch heute fortsetzen, denn die Skepsis bezüglich der Wirtschaftsentwicklung bleibt.  Eine wichtige, charttechnische Schlüsselunterstützung bei 112.90 $ im Brent konnte nicht nachhaltig durchbrochen werden. Die Rohölmärkte gingen nur mit einem leichten Minus aus dem Tageshandel, bei den Aktienindizes reichte es zum Teil sogar für ein leichtes Plus. Bezüglich den Lagerzahlen dürfte ein deutlicher Rückgang, vor allem beim Rohöl nicht überraschen, denn das sind die Folgen der Ausfälle durch Hurrikan ISAAC. (die API Zahlen der vergangenen Nacht gehen in diese Richtung). Vermutlich dürfte dies aber nicht zwingend bullish interpretiert werden.

 

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05.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 114.03 $  Crude (WTI 95.27 $  Gasoil 987.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9588  Rheinfracht: 20.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Nach der grossen Hitze die kalte Dusche. Schlechter als erwartete, weltweite Wirtschaftsdaten (auch aus China) und die Sorge um die Eurokrise schickten nicht nur die Aktienindizes, sondern auch die Rohölnotierungen auf Talfahrt. Den Spekulanten, welche noch Shortpositionen glattzustellen hatten, kam das nicht ungelegen. Der stärkere Dollar „verhindert“, dass wir in der Schweiz nur leicht bessere Preise quotieren können als gestern früh. Die OPEC Produktion ist seit 3 Monaten erstmals wieder gestiegen.

 

Nach dem deutlichen Kurssprung am Montag ging es nun gestern (vorübergehend ?) in die entgegengesetzte Richtung. Verschiedene Unterstützungen wurden getestet und auch nachhaltig duchbrochen. Auch wenn die Marktteilnehmer allgemein mit expansiven Massnahmen der EZB am Donnerstag rechnen („Supermario“ lässt die Katze ja erst am Donnerstag aus dem Sack ?), so mischen sich doch einige „Zweifler“ unter die Händler. Die US Förderung im Golf von Mexiko ist immer noch unter 50 %. Die letzte Raffinerie hat nun aber den Betrieb wieder aufgenommen.

 

04.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 115.76 $  Crude (WTI)  97.25 $  Gasoil 1003.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9518  Rheinfracht: 26.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Gasoil schafft im Abendhandel den Sprung über die psychogische Marke von 1000 $ pro Tonne. Auch Brent in London hat die psychologische Hürde von 115 $ pro Fass geknackt. Dabei wurden, genau wie im Crude in den USA (nur elektronischer Handel, weil Feiertag), diverse Widerstände zügig durchbrochen. Die USA wollen mit Manöver Druck auf Teheran ausüben. Spekulanten erhöhen ihre Longpositionen im Crude deutlich um ca. 7 %, d.h. sie wetten auf höhere Rohölpreise (und werden alles dafür tun, dass es in diese Richtung gehen wird). Markteinschätzung: Charttechnisch: bullish, Fundamental: neutral bis bullish.

 

Die USA wird zusammen mit mehr als 25 anderen Ländern im persischen Golf ein Manöver zur Seeminenräumung – das grösste seiner Art - durchführen. Damit will man nicht nur auf eine mögliche Blockade der Strasse von Hormus durch den Iran vorbereitet sein, sondern auch ein Präventivschlag der Israelis soll damit verhindert werden. Klar, dass dadurch auch die Iraner bei den weiteren Verhandlungen um das Atomprogramm in die Knie gezwungen werden sollen und so eine Eskalation verhindert werden kann. Wirklich? Die Iraner haben mittlerweilen bereits ein eigenes Luftabwehrmanöver angekündigt. Druck erzeugt halt immer wieder Gegendruck und das Säbelrasseln geht unvermindert weiter.  Laut CFTC haben Spekulanten (inkl. Hedge Fonds) ihre Netto-Long-Positionen um weitere ca. 7 % aufgebaut, d.h. man wettet auf weiter steigende Rohölpreise. Das kann ja noch „lustig“ werden und Entscheidungen zur Beschaffung zu treffen, wird je länger je schwieriger.

 

03.09.2012

 

Rohöl/Barrel:  Brent 114.38 $  Crude (WTI 96.31 $  Gasoil 993.50 $ pro Tonne

Dollar: 0.9548  Rheinfracht: 27.00 CHF/to Notierungen zwischen 07.00 – 09.00 Uhr

 

Die Ölbörsen verabschiedeten sich mit einem wahren Feuerwerk ins Wochenende (Chart unten). Dabei „kratzte“ Rohöl Brent die psychologische Marke von 115 $ pro Barrel und ist – wenn diese nun nachhaltig durchbrochen würde – auf dem besten Weg zur 3 Monatsprognose vom 11.6.12 von Goldman Sachs von 120 $ (für 6 Monate bei 127.5 $, für 12 Monate bei 129 $). Diese Werte scheinen bei der heutigen Konstellation nicht mehr unmöglich. Der arabische Frühling in Bahrain geht weiter. In den USA ist heute Feiertag und da dürfte der Handel in London dünn sein. Markteinschätzung: Neutral bis bullish.  

 

Wenn Leute wie Goldman Sachs solche Prognosen abgeben, werden Sie (und viele Marktteilnehmer, welche von ihnen beraten werden) mit Riesensummen alles dafür tun, um diese Werte zu erreichen. Sie haben sich ja in diese Richtung mit entsprechenden Positionen engagiert d.h. auf diese Notierungen gewettet. Das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Und da kommen auch Facts zu Hilfe. Norwegens Ölindustrie zum Beispiel droht mit erneuten Streiks d.h. Arbeitsniederlegungen. Das würde – wenn namhafte Ausfälle entstehen – des sonst schon rückläufigen Verladeprogramms aus der Nordsee – den Brent Notierungen weiteren Auftrieb geben. Im Atlantik hat sich das 12 tropische Tiefdruckgebiet mittlerweilen zu einem starken Tropensturm „Leslie“ entwickelt. Man befürchtet, dass die Formation bereits in wenigen Tagen Hurrikan Stärke erreichen könnte. Wir befinden uns halt in der Hurrikan Saison und da ist leider noch Einiges zu erwarten. Das hat immer auch Auswirkungen auf die Notierungen an der Börse. Der FED Chef Bernanke hat gesprochen und wieder nicht viel gesagt. Erstaunlich, dass die Rohölnotierungen nach seinem Statement dermassen in die Höhe geschossen sind. Der Dollar aber gab deutlich nach und auch die Euphorie an den Aktienmärkten hielt sich in Grenzen.  Bahrain: Die Unruhen, welche im März 2011 unter Mithilfe von saudiarabischen Truppen niedergeschlagen wurden, flammen in aller Härte wieder auf. Die Opposition gibt nicht auf.

 

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