In der vergangenen Woche waren die Preise der Rohölkontrakte noch beträchtlich gestiegen, angetrieben von dem Beschluss der OPEC+, die Förderquoten massiv zu senken und von der Hoffnung, die US-Notenbank könnte bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung einen kleineren Zinsschritt machen als noch in den vergangenen drei Sitzungen.
Die Hoffnungen darauf wurden zerschlagen, nachdem die Daten zur Preisentwicklung in den USA gezeigt hatten, dass die Inflation im September weiterhin auf sehr hohem Niveau blieb. Einige Analysten gehen daher davon aus, dass die Fed weitere Zinsanhebungen von 75 Basispunkten vornehmen dürfte. Die Sorgen der Marktteilnehmer über die Auswirkungen der Normalisierung der US-Zinsniveaus auf die Konjunktur und die Ölnachfrage werden somit wohl nicht nachlassen.
Und während die wieder zunehmenden Lockdownmaßnahmen in China auch wieder die Befürchtungen steigen ließ, dass die Nachfrage des größten Ölimporteurs der Welt weiterhin nicht ihr volles Potenzial entwickeln kann, senkten OPEC, EIA und IEA ihre Prognosen zum Nachfragewachstum für 2023 in ihren veröffentlichten Monatsberichten deutlich.
Am gestrigen Donnerstag gelang es den Rohölkontrakten Brent und WTI noch nicht, wieder über psychologisch wichtigen Preisniveaus von 95 Dollar beziehungsweise 90 Dollar zurückzukehren.
Heute Morgen orientieren sich die Ölfutures zunächst einmal an den Hochs von Donnerstag. Bei den Preisen ergibt sich somit weiterhin Aufwärtspotenzial.
Fundamental; neutral / bearish Chartanalyse; neutral bis bullish