03.02.2026
Ölpreise sinken weiter: Entspannungssignale aus dem Iran und starker Dollar belasten Märkte
Brent: 65.90
Gasoil: 677.25
Dollar: 0.7779
Crude (WTI): 61.80
Rheinfracht: 45.50

Die Ölpreise setzten am Dienstag ihren Abwärtstrend fort und gaben den zweiten Tag in Folge nach. Ausschlaggebend dafür waren zum einen Hoffnungen auf eine diplomatische Entspannung zwischen den USA und dem Iran, zum anderen ein festerer US-Dollar, der zusätzlichen Druck auf die Rohölnotierungen ausübte. Auch Spekulationen über ein mögliches neues Handelsabkommen zwischen den USA und Indien beeinflussten die Stimmung an den Märkten.

Sowohl Washington als auch Teheran signalisierten zuletzt Gesprächsbereitschaft, weshalb die Atomverhandlungen noch in dieser Woche wieder aufgenommen werden sollen. Ein erstes Treffen ist in der Türkei geplant. Gleichzeitig erinnerte US-Präsident Donald Trump an die militärische Präsenz der USA in der Region und warnte vor Konsequenzen, falls keine Fortschritte erzielt würden. Diese Mischung aus Dialogbereitschaft und Drohkulisse sorgt weiterhin für Unsicherheit.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Ölmarkt durch Trumps Ankündigung eines Rahmenabkommens mit Indien. Demnach sollen US-Strafzölle gesenkt werden, während Indien im Gegenzug auf Importe russischen Öls verzichten würde. Eine offizielle Bestätigung aus Neu-Delhi steht allerdings noch aus. Bereits jetzt sind Indiens Einfuhren russischen Rohöls auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren gefallen, was das Angebot sanktionierter Ölmengen auf dem Weltmarkt erhöht.

Analysten erwarten angesichts dieser Gemengelage eine anhaltend hohe Volatilität. Die Preisbewegungen gelten derzeit als stark stimmungsgetrieben, wobei ohne neue geopolitische Eskalationen kaum nachhaltige Aufwärtsimpulse zu erwarten sind. Ein stärkerer Dollar wirkt zusätzlich dämpfend auf die Nachfrage. Insgesamt überwiegen kurzfristig eher bearish geprägte Faktoren, auch wenn potenzielle Angebotsverschiebungen mittelfristig unterstützend wirken könnten

 

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral bis bearish