Die Ölpreise bleiben stark von geopolitischen Entwicklungen geprägt und reagieren weiterhin sensibel auf politische Schlagzeilen. Jüngst führte das Gerücht über eine mögliche Absage geplanter Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu einem kurzfristigen Preisanstieg an den Ölbörsen. Zwar dementierte der iranische Außenminister diese Meldung rasch, doch Marktbeobachter verweisen weiterhin auf die hohe Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen. Analysten warnen, dass neue Differenzen auftreten könnten und die geopolitische Risikoprämie daher erneut steigen dürfte.
Zusätzliche Unsicherheit geht von den wiederholt vagen Drohungen des US-Präsidenten gegenüber dem Iran aus. Ein mögliches militärisches Eingreifen der USA wird vom Markt nicht vollständig ausgepreist, da eine Eskalation Teheran dazu veranlassen könnte, die Straße von Hormus zu blockieren – ein zentrales Nadelöhr für den globalen Ölhandel.
Parallel dazu finden trilaterale Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi statt. Konkrete Ergebnisse sind bislang nicht absehbar, und eine kurzfristige Einigung auf ein Friedensabkommen gilt als unwahrscheinlich. Anhaltende militärische Spannungen sowie Forderungen der Ukraine nach zusätzlicher militärischer Unterstützung sprechen gegen eine rasche Lockerung der Sanktionen gegen Russland.
Auf Angebotsseite wirkten sich zuletzt extreme Wetterbedingungen in den USA aus. Eine Kältewelle ließ die US-Rohölproduktion temporär sinken, doch Marktteilnehmer rechnen mit einer schnellen Erholung, was die verhaltene Preisreaktion erklärt.
Neben geopolitischen Risiken richtet sich der Blick der Märkte heute auf den Zinsentscheid der EZB. Zwar werden keine Änderungen erwartet, doch Aussagen zur jüngsten Euro-Aufwertung könnten Impulse liefern. Die Ölpreise notieren aktuell unter den Vortageshochs, während sich bei den Inlandspreisen noch keine klare Tendenz zeigt.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral