Mit zunehmenden diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt haben die Ölpreise zuletzt leicht nachgegeben. Ein aus Washington stammender 15-Punkte-Plan, der über Pakistan an Teheran übermittelt wurde, nährt die Hoffnung auf Verhandlungen. In der Folge fiel Brent wieder unter die Marke von 100 US-Dollar, während WTI unter 90 Dollar notiert.
Marktbeobachter sehen eine vorsichtige Verschiebung hin zu einer möglichen diplomatischen Lösung. Dennoch bleibt die Unsicherheit hoch, da das gegenseitige Misstrauen zwischen den Konfliktparteien groß ist. Die Erwartung eines möglichen Waffenstillstands hat kurzfristig Gewinnmitnahmen ausgelöst, begrenzt jedoch nicht vollständig den Verkaufsdruck.
Trotz der jüngsten Preisrückgänge steuern die Ölpreise weiterhin auf einen deutlichen Monatsanstieg zu. Ausschlaggebend bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird. Seit Wochen sind die Exporte dort stark eingeschränkt. Erste Signale aus Teheran deuten darauf hin, dass „nicht-feindliche“ Schiffe die Passage unter bestimmten Bedingungen wieder nutzen dürfen, was für vorsichtigen Optimismus sorgt.
Gleichzeitig dauern militärische Auseinandersetzungen an, und die USA bereiten weitere Truppenverlegungen vor. Experten warnen, dass selbst bei einer Einigung nicht garantiert sei, dass die Ölproduktion kurzfristig vollständig wiederhergestellt werden kann.
Insgesamt bleibt die Markteinschätzung leicht bullish, auch wenn die Hoffnung auf Entspannung zunimmt. Bei den Inlandspreisen zeichnen sich dennoch vorerst leichte Abschläge ab.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral bis bearish