Nach dem Abbruch der Verhandlungen hat sich die geopolitische Lage in der Straße von Hormus deutlich verschärft und die Ölpreise wieder über 100 USD pro Barrel steigen lassen. Haupttreiber ist die Ankündigung der USA, die Meerenge sowie iranische Häfen gezielt zu blockieren, um die verbliebenen iranischen Ölexporte von bis zu 2 Mio. Barrel pro Tag vollständig zu unterbrechen. Damit würde ein zusätzlicher Angebotsausfall entstehen, nachdem bereits zuvor erhebliche Mengen aus dem Persischen Golf vom Markt verschwunden sind.
Die politische Unsicherheit bleibt hoch: Während zunächst Signale für mögliche neue Gespräche gesendet wurden, folgten kurz darauf Drohungen einer militärischen Eskalation. Dies erhöht das Risiko einer Ausweitung des Konflikts, insbesondere im Hinblick auf China als wichtigsten Abnehmer iranischen Öls. Eine mögliche Blockade chinesischer Tanker könnte zudem internationale Spannungen verschärfen.
Fundamental ist der Ölmarkt bereits stark angespannt, da rund 20 % des globalen Angebots durch die Krise betroffen sind. Iran konnte zuletzt noch begrenzte Mengen exportieren, doch diese könnten nun ebenfalls wegfallen. Die Dauer der Blockade ist dabei entscheidend: Je länger sie anhält, desto gravierender werden Versorgungsengpässe.
In der Folge steigt der Wettbewerbsdruck um verfügbare Rohölmengen deutlich. Raffinerien sichern sich kurzfristig alternative Lieferungen, während Händler mit weiter steigenden Preisen rechnen. Insgesamt hat sich die Markteinschätzung klar ins Bullishe gedreht, da kurzfristig keine diplomatische Lösung erwartet wird und die Angebotsrisiken dominieren.
Fundamental; neutral Chartanalyse; neutral bis bullish