Die Spannungen im Persischen Golf haben sich erneut verschärft, nachdem Donald Trump ein mögliches Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran angedeutet hat. Obwohl die Feuerpause seit Anfang April offiziell weiter gilt, kam es zuletzt wiederholt zu Angriffen auf Schiffe, militärische Ziele und Energieanlagen. Auslöser war insbesondere die US-Blockade iranischer Schiffe. Die Märkte reagieren inzwischen weniger nervös als zu Beginn des Konflikts, da sich Investoren zunehmend auf eine länger anhaltende Störung der Ölversorgung einstellen.
Die Ölpreise bleiben daher auf hohem Niveau stabilisiert. Größere Preissprünge bleiben bislang aus, dennoch sehen Analysten weiterhin deutliche Aufwärtsrisiken. Besonders kritisch wäre eine Zerstörung wichtiger Förder- oder Exportanlagen, da dies die Rückkehr zu normalen Lieferstrukturen erheblich verzögern würde.
Bloomberg Economics erwartet kein umfassendes Friedensabkommen mehr. Stattdessen rechnen Experten mit erneuten militärischen Auseinandersetzungen, die jedoch zeitlich begrenzt bleiben könnten. Dieses Muster aus Eskalation und anschließender Beruhigung werde zunehmend zur „neuen Normalität“ des Konflikts.
Auch Marktbeobachter der DBS Bank und von KCM Trade warnen vor steigenden Ölpreisen, falls bis Ende Mai keine politische Einigung erzielt wird. Während ein Friedensdurchbruch den Brent-Preis deutlich senken könnte, würde eine weitere Eskalation Preise von über 115 Dollar pro Barrel ermöglichen.
Zusätzlich belasten neue US-Sanktionen gegen Firmen, die iranisches Öl nach China exportieren, die geopolitische Lage weiter.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral bis bullish