13.05.2026
Ölmarkt zwischen Hoffnung und Unsicherheit – Nahost-Konflikt bleibt dominierend
Brent: 106.54
Gasoil: 1020.00
Dollar: 0.7811
Crude (WTI): 100.99
Rheinfracht: 34.00

Die starken Schwankungen an den Ölbörsen setzen sich fort. Nachdem gestern die Sorge vor einer erneuten Eskalation im Nahen Osten die Preise steigen ließ, geben Brent und WTI zur Wochenmitte wieder leicht nach. Trotz der Kursbewegungen bleibt die Lage im Persischen Golf angespannt, da sich an den tatsächlichen Angebotsproblemen kaum etwas verändert hat.
Im Fokus der Anleger steht aktuell das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in China. Viele Marktteilnehmer hofften auf eine mögliche Vermittlerrolle Pekings im Konflikt mit dem Iran. Trump dämpfte diese Erwartungen jedoch und erklärte, dass bei dem Treffen vor allem Handelsfragen im Mittelpunkt stünden. Gleichzeitig betonte er, die USA hätten die Lage mit dem Iran „weitgehend unter Kontrolle“.
Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts werden jedoch zunehmend spürbar. Hohe Energiepreise und Angebotsausfälle belasten auch die USA, wo die Benzinpreise inzwischen den höchsten Stand seit der Corona-Pandemie erreicht haben. Gleichzeitig zeigen aktuelle US-Inflationsdaten, dass der Krieg zusätzlichen Preisdruck verursacht. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen vorerst nicht senken wird, was langfristig die Ölnachfrage bremsen könnte.
Kurzfristig bleibt die fundamentale Lage dennoch bullish. Solange keine klare Annäherung zwischen den USA und dem Iran erkennbar ist und die Exporte aus dem Nahen Osten eingeschränkt bleiben, dürfte die geopolitische Risikoprämie hoch bleiben. Bei den Inlandspreisen ergeben sich aktuell jedoch nur geringe Veränderungen.

Fundamental; bullish                                 Chartanalyse; bullish