Die Ölpreise reagierten zunächst positiv auf Kommentare zu den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Marktteilnehmer hofften auf eine schnelle Absichtserklärung, wodurch die Notierungen am Montag deutlich nachgaben. Danach stabilisierten sich die Preise jedoch auf niedrigerem Niveau, weil neue US-Angriffe im Iran die Erwartungen erneut belasteten. Zwar sank die geopolitische Risikoprämie leicht, entscheidend bleibt jedoch, ob aus diplomatischen Signalen konkrete Vereinbarungen entstehen.
Bei einem erfolgreichen Abkommen erwarten Analysten weitere Preisrückgänge an den Börsen ICE und NYMEX. Ein starker Einbruch auf das Vorkriegsniveau gilt kurzfristig dennoch als unwahrscheinlich. Hintergrund ist das weiterhin bestehende globale Angebotsdefizit von täglich etwa zehn bis elf Millionen Barrel Rohöl. Analystin June Goh betont, dass die Märkte weiterhin auf Lagerbestände angewiesen bleiben, bis die Produktion im Nahen Osten wieder vollständig anläuft.
Deutlich skeptischer äußert sich Fereidun Fesharaki von FGE NexantECA. Er warnt vor einem starken Preisanstieg im Juli, falls die Straße von Hormus länger blockiert bleibt. Die globalen Ölreserven befinden sich laut mehreren Quellen bereits auf Mehrjahrestiefs und sinken täglich weiter. Hoffnung auf zusätzliche Liefermengen könnte dann nicht mehr ausreichen, um das physische Defizit auszugleichen. Insgesamt bleibt die Markteinschätzung neutral: Ohne Verhandlungserfolg dürften die Ölpreise wieder steigen.
Zugleich deutet die Passage einzelner LNG- und Rohöltanker durch die Meerenge auf eine leichte Entspannung hin Offiziell bestehen die Blockaden weiterhin Nach den jüngsten Preisrückgängen an den internationalen Ölbörsen rechnen Händler kurzfristig mit sinkenden Inlandspreisen Mittel- bis langfristig bleibt die Entwicklung stark von geopolitischen Entscheidungen und Lagerbeständen abhängig weiterhin
Fundamental; neutral Chartanalyse; neutral bis bearish