27.05.2026
Ölpreise geben nach – Hoffnung auf Hormus-Abkommen wächst
Brent: 98.07
Gasoil: 1056.50
Dollar: 0.7854
Crude (WTI): 92.02
Rheinfracht: 34.50

Am Ölmarkt bleibt der Fokus weiterhin fast ausschliesslich auf dem Nahen Osten. Andere Faktoren treten in den Hintergrund, solange sich die Lage zwischen den USA und dem Iran verändert. Aktuell deuten Signale darauf hin, dass sich beide Seiten weiter angenähert haben und Gespräche fortsetzen.
Im Mittelpunkt steht offenbar noch die Frage eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Diese könnten im Rahmen eines vorübergehenden Abkommens freigegeben werden und als Gegenleistung für eine Öffnung der Strasse von Hormus dienen. Dadurch wächst am Markt die Hoffnung, dass blockierte Öltanker ihre Ladungen bald wieder exportieren können und das globale Angebot zunimmt.
Trotzdem bleibt die Stimmung vorsichtig. Marktbeobachter erinnern daran, dass es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach Hoffnungen auf eine Einigung oder Öffnung der Meerenge gab, die sich später nicht bestätigten. Analysten warnen deshalb davor, voreilig von einem dauerhaften Friedensabkommen auszugehen.
Auch Experten von Westpac Banking Corporation betonen, dass selbst bei einer politischen Einigung die vollständige Normalisierung Zeit brauchen dürfte. Die Straße von Hormus bleibe technisch und logistisch weiterhin eingeschränkt, weshalb eine vollständige Wiederaufnahme der Ölströme möglicherweise erst in Monaten erfolgen könne.
Entsprechend reagieren die Futures weiterhin stark auf Schlagzeilen. Die Aussicht auf einen begrenzten Tankerverkehr und kleinere Differenzen zwischen Washington und Teheran sorgt aktuell für fallende Notierungen. Die wegen des US-Feiertags verspätet erscheinenden US-Ölbestandsdaten rücken dagegen in den Hintergrund. Die schwächere Tendenz an den Börsen deutet auch bei den Inlandspreisen auf weitere Nachlässe hin.

Fundamental; neutral                                 Chartanalyse; neutral bis bearish