29.05.2026
Ölpreise unter Druck – Hoffnung auf Iran-Abkommen belastet Markt
Brent: 92.87
Gasoil: 1019.50
Dollar: 0.7840
Crude (WTI): 87.92
Rheinfracht: 37.50

Die Aussicht auf ein mögliches – zunächst wohl vorläufiges – Abkommen zwischen den USA und dem Iran setzt die Ölpreise zum Wochenschluss unter Druck. Obwohl frühere Hoffnungen auf eine Einigung mehrfach enttäuscht wurden, verdichten sich diesmal die Hinweise, dass nur noch die Zustimmung der politischen Führung aussteht.
Die Nordseesorte Brent steuert dadurch auf den stärksten monatlichen Preisrückgang seit 2020 zu. Marktteilnehmer setzen darauf, dass ein Abkommen eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus ermöglichen könnte. Über diese strategisch wichtige Route laufen normalerweise rund 20 % der weltweiten Öl- und Gastransporte, auch wenn der Verkehr aktuell weiterhin deutlich eingeschränkt bleibt.
Die jüngsten Handelstage waren von starken Schwankungen geprägt. Widersprüchliche Meldungen über Friedensgespräche und die Zukunft der Meerenge führten zu deutlichen Kurssprüngen. Experten betonen jedoch, dass selbst bei einer Einigung zahlreiche Hürden bestehen bleiben. Dazu zählen Minenräumungen, beschädigte Energieinfrastruktur sowie die langsame Wiederaufnahme stillgelegter Förderanlagen.
Auch die Transportzeiten sprechen gegen eine rasche Marktentspannung. Selbst bei sofortiger Öffnung der Straße von Hormus würde es Wochen dauern, bis gestrandete Lieferungen ihre Zielmärkte erreichen und die Versorgung wieder normalisiert wird.
Gleichzeitig zeigen neue US-Daten weiterhin eine angespannte Angebotslage. Laut dem United States Department of Energy fielen Destillatbestände auf den tiefsten Stand seit über 20 Jahren, während die Lager in Cushing weiter schrumpften.
Fundamental halten sich derzeit bullishe und bearishe Faktoren die Waage: Eine mögliche Einigung spricht für sinkende Preise, während die weiterhin knappe Versorgung preisstützend bleibt. Bei den Inlandspreisen deuten sich kurzfristig dennoch Abschläge an.

Fundamental; neutral                                 Chartanalyse; bearish