Die internationalen Rohölpreise haben sich nach den Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt wieder deutlich dem Vorkriegsniveau angenähert. Dennoch liegen die Preise für Brent und WTI weiterhin über den Schlusskursen vom 27. Februar. Experten gehen davon aus, dass die Ölpreise aufgrund anhaltender geopolitischer Unsicherheiten bis zum Jahresende über dem Vorkrisenniveau bleiben werden.
Zwar hat sich die Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus entspannt, nachdem die USA und der Iran ein Interimsabkommen geschlossen haben. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge nimmt wieder zu, doch widersprüchliche Aussagen aus Washington und Teheran sorgen weiterhin für Unsicherheit. Streitpunkte bleiben insbesondere die Kontrolle des Schiffsverkehrs sowie mögliche Inspektionen iranischer Atomanlagen. Während US-Präsident Donald Trump von einer Zustimmung des Iran zu Inspektionen spricht, weist Teheran dies zurück. Auch hinsichtlich möglicher Transitgebühren für Schiffe bestehen Differenzen.
Die Marktteilnehmer hoffen daher auf eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, da eine erneute Eskalation erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung hätte.
Zusätzlich wird die Versorgungslage in den USA durch sinkende Rohölbestände gestützt. Zwar fallen die Lagerabbauten geringer aus als in den Vorwochen, doch insbesondere das wichtige Lagerzentrum in Cushing verzeichnet weiterhin kritische Bestandsrückgänge. Sollte das US-Energieministerium diese Entwicklung bestätigen, könnte dies die Ölpreise weiter stützen.
Trotz eines schwachen Handelsstarts notieren Brent und WTI wieder leicht über ihren Tagestiefs. Gleichzeitig sorgt die Diskussion über ein mögliches russisches Exportverbot für Diesel für Aufwärtsdruck bei Gasoil. Dadurch besteht auch bei den Inlandspreisen weiteres Potenzial für Preissteigerungen.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral bis bearish