25.06.2026
Ölmarkt entspannt sich – Versorgungslage wird weniger kritisch eingeschätzt
Brent: 72.69
Gasoil: 881.00
Dollar: 0.8121
Crude (WTI): 69.61
Rheinfracht: 59.50

Die zunehmende Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sorgt für eine spürbare Entspannung am Ölmarkt. Immer mehr Tanker können ihre Exportrouten wieder nutzen, wodurch die Sorge vor einer akuten Angebotsknappheit nachlässt.
Ein wichtiges Signal dafür ist die Veränderung der Terminmarktstruktur. Während Brent-Rohöl Anfang der Woche noch eine sogenannte Backwardation zeigte (kurzfristige Lieferungen waren teurer als spätere), ist der Markt inzwischen teilweise in eine Contango-Struktur übergegangen. Dabei sind spätere Liefertermine teurer als aktuelle – ein Hinweis darauf, dass die Marktteilnehmer die Versorgungslage wieder ausgeglichener einschätzen.
Trotzdem ist die Situation noch nicht vollständig normalisiert. Die Kontrakte für spätere Monate weisen teilweise weiterhin eine leichte Backwardation auf, was zeigt, dass gewisse Versorgungsrisiken bestehen bleiben.
Die Ölpreise haben sich seit den Höchstständen Ende April deutlich zurückgebildet. Brent notierte zuletzt nur noch knapp über dem Niveau vor Beginn des Iran-Krieges, während WTI noch etwas darüber liegt. Ein Grund dafür sind die weiterhin niedrigen US-Rohölbestände sowie die stark gesunkenen strategischen Ölreserven der USA, die mittlerweile den tiefsten Stand seit über 40 Jahren erreicht haben.
Experten sehen den starken Stimmungsumschwung als bemerkenswert. Noch vor wenigen Wochen dominierte die Angst vor massiven Lieferausfällen. Nun gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass das Angebot wieder steigt, während sich die Nachfrage abschwächen könnte.

Fundamental; neutral bis bearish                Chartanalyse; neutral bis bearish