Die Ölpreise stiegen kurzfristig, nachdem ein Container-Schiff in der Strasse von Hormus angegriffen wurde. Zwar erreichten die Rohölkontrakte an ICE und NYMEX keine neuen Tageshochs, dennoch erhöhte der Vorfall die geopolitische Risikoprämie. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) setzte daraufhin die Evakuierung des Persischen Golfs und der Strasse von Hormus vorübergehend aus. Analysten erwarten nun, dass die Märkte genau beobachten werden, ob der Tankerverkehr weiterläuft oder neue Störungen die geplanten Produktionssteigerungen der Förderländer bremsen.
Trotz des Zwischenfalls steuern Brent und WTI auf den dritten Wochenverlust in Folge zu. Grund dafür ist die zunehmende Zahl von Tankern, die den Persischen Golf wieder verlassen können, sowie steigende Fördermengen in den Golfstaaten. Gasoil entwickelt sich dagegen stabiler, gestützt durch die Hitzewelle, ein mögliches russisches Diesel-Exportverbot und den angekündigten Streik in einer Raffinerie in Antwerpen.
Positive US-Konjunkturdaten stärkten die Erwartungen an eine robuste Ölnachfrage. Gleichzeitig erhöhten Inflationsdaten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. Höhere Zinsen könnten die Nachfrage nach Öl langfristig bremsen und die Preise unter Druck setzen. Insgesamt bleibt der Markt von geopolitischen Entwicklungen geprägt. Für die Inlandspreise deuten sich aufgrund der Preisbewegungen vom Vorabend kurzfristig leichte Aufschläge an.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral bis bullish