Der Ölmarkt bleibt von den diplomatischen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie der schrittweisen Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus geprägt. Der Brent-Preis liegt bei rund 73 Dollar und damit deutlich unter den Höchstständen der vergangenen Monate. Die Gespräche zwischen US-Unterhändlern und Vertretern in Katar verlaufen laut US-Angaben positiv, auch wenn weiterhin keine direkten Verhandlungen mit dem Iran stattfinden.
Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für eine Erholung der Ölexporte. Laut US-Vizepräsident JD Vance haben die Lieferungen durch die Strasse von Hormus inzwischen wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, da der Iran auf einer stärkeren Kontrolle der Wasserstrasse und der Einführung von Transitgebühren beharrt. Weitere Streitpunkte wie das Atomprogramm und die Lage im Libanon bleiben ungelöst.
Mehrere Analysten erwarten bei einer weiteren Normalisierung der Exporte ein Überangebot am Ölmarkt. Sowohl Goldman Sachs als auch Morgan Stanley rechnen mit sinkenden Ölpreisen und haben ihre Prognosen entsprechend angepasst.
Kurzfristig richtet sich der Fokus auf den DOE-Bestandsbericht aus den USA, der Hinweise zur aktuellen Versorgungslage liefern dürfte. Insgesamt bleibt die fundamentale Markteinschätzung leicht bearish. Bei den Inlandspreisen werden jedoch aufgrund knapper Produktbestände und saisonal hoher Nachfrage vorerst deutliche Preisaufschläge erwartet.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral