Die Ölpreise sind weiter gefallen. Der Brent-Rohölpreis schloss erstmals seit Mitte Juli unter 80 Dollar pro Barrel, nachdem Berichte über einen Entwurf für ein neues vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten verstärkten. Eine Einigung könnte auch die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus erleichtern und das Ölangebot erhöhen.
Trotz der Preisrückgänge warnen Analysten vor zu grossem Optimismus. Die weltweiten Lagerbestände bleiben niedrig, sodass eine erneute Eskalation oder ein Scheitern der Verhandlungen die Ölpreise rasch wieder steigen lassen könnte. In den USA befinden sich die Rohölvorräte weiterhin auf einem sehr tiefen Niveau. Der Fokus richtet sich nun auf den offiziellen DOE-Bestandsbericht, der neue Hinweise zur Versorgungslage liefern soll.
Auch die Entwicklung am Kraftstoffmarkt bleibt angespannt. Zwar sind die Produktpreise zuletzt gesunken, dies wird jedoch vor allem als technische Korrektur bewertet. Zusätzlich sorgt die unsichere Lage an der Meerenge Bab el-Mandeb für Risiken, da die Huthi-Miliz ihre Blockade fortsetzt und ein Scheitern der Vermittlungsgespräche die saudischen Ölexporte beeinträchtigen könnte.
Insgesamt bleibt der Markt von geopolitischen Entwicklungen abhängig. Für die Inlandspreise werden aufgrund der schwächeren Gasoil-Notierungen deutliche Preisabschläge erwartet.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral bis bearish