Die internationalen Ölmärkte stehen erneut unter dem Einfluss geopolitischer Risiken. Nachdem eine baldige Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zunehmend unwahrscheinlich erscheint, haben die Marktteilnehmer die Risikoprämie für Rohöl wieder erhöht. Sowohl der Iran als auch die USA stellen Bedingungen für eine Öffnung der wichtigen Meerenge. Eine schnelle Einigung gilt derzeit als wenig wahrscheinlich, wodurch eine weitere Eskalation des Konflikts nicht ausgeschlossen werden kann.
Zusätzliche Unsicherheiten entstehen durch die angespannte Lage zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz. Nach erneuten Angriffen auf saudische Ölanlagen bleibt das Risiko von Einschränkungen an den strategisch wichtigen Seewegen Hormus und Bab al-Mandab hoch. Mögliche Blockaden oder Zwischenfälle erhöhen die Versicherungskosten für Tanker und führen zu längeren Transportwegen. Dadurch könnten die globalen Energieflüsse kurzfristig eingeschränkt bleiben und die Ölpreise weiter stützen.
Neben den Konflikten im Nahen Osten und dem Ukraine-Krieg rückt auch Libyen stärker in den Fokus. Drohnenangriffe auf eine Raffinerie in Westlibyen haben das dortige Ölangebot zusätzlich gefährdet. Sollte der politische Konflikt zwischen der Regierung in Tripolis und der rivalisierenden Führung im Osten erneut eskalieren, könnten weitere erhebliche Produktionsausfälle entstehen.
Für die weitere Marktentwicklung sind die anstehenden Berichte der internationalen Energiebehörden besonders wichtig. Die EIA veröffentlicht heute ihren Monatsbericht, während IEA und OPEC ihre Einschätzungen am Mittwoch vorlegen. Die Ölkontrakte bewegen sich aktuell nahe den Vortageshochs, weshalb bei den Inlandspreisen weiterhin mit steigenden Kosten zu rechnen ist.
Fundamental: bullish Chartanalyse: neutral bis bullish