13.08.2026
Ölnachfrage sinkt – doch vor allem das knappe Angebot bremst den Markt.
Brent: 88.93
Gasoil: 1249.25
Dollar: 0.8137
Crude (WTI): 83.14
Rheinfracht: 240.00

Die Monatsberichte von EIA, IEA und OPEC haben ihre Prognosen für die globale Ölnachfrage 2026 erneut nach unten korrigiert. Dies nimmt zwar etwas Preisdruck aus dem Markt, relativiert die Entwicklung jedoch nur teilweise. Denn die geringere Nachfrage ist nicht ausschließlich auf eine schwächere wirtschaftliche Dynamik zurückzuführen. Vielmehr fällt ein Teil der Nachfrage aufgrund des eingeschränkten Ölangebots weg.

Im Mittelpunkt steht daher weiterhin die Angebotsseite. Die Blockade beziehungsweise Behinderung der Straße von Hormus, ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen sowie die Sanktionen der EU und USA gegen Russland reduzieren die verfügbare Menge. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Drohung Wladimir Putins, Schiffe der EU zu beschlagnahmen.

Unklar bleibt zudem, wie viele Tanker die Straße von Hormus tatsächlich passieren und welche Mengen aus dem Persischen Golf den Weltmarkt erreichen. Eingeschränktes Tracking erschwert eine verlässliche Einschätzung. Gleichzeitig scheinen die Verhandlungen zwischen den USA und Iran festgefahren, während weitere Angriffe auf Schiffe die Sicherheitslage verschärfen.

Analysten von Haitong Futures betonen, dass das Abschalten von Transpondersignalen die Transparenz im Schiffsverkehr reduziert. Saxo-Analystin Charu Chanana erwartet deshalb anhaltende Volatilität, bis die Meerenge wieder geöffnet ist und mehr Klarheit über die Produktion besteht. Bearishe Faktoren wie steigende US-Lagerbestände geraten dadurch in den Hintergrund.

Da konkrete bullishe Impulse fehlen, wird die fundamentale Einschätzung auf neutral gesenkt. Die Risiken durch Hormus dürften weitgehend eingepreist sein, während Putins Drohung derzeit zu unkonkret bleibt. Bei den rechnerischen Inlandspreisen zeichnen sich zudem leichte Preisnachlässe ab.

 

Fundamental: bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish