Die Rohölpreise an den internationalen Börsen ICE und NYMEX sind mit einem festen Start in die neue Handelswoche gegangen. Hauptgrund dafür ist die zunehmende Unsicherheit über eine baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Der Iran hat zusätzliche Forderungen gestellt und macht eine Öffnung der strategisch wichtigen Meerenge von deren Erfüllung abhängig. Dadurch bleibt das Risiko von Lieferunterbrechungen bestehen und stützt die Ölpreise.
Auch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, zunächst auf wirtschaftlichen Druck statt auf eine neue Militäroperation zu setzen, konnte die Aufwärtsrisiken nicht wesentlich reduzieren. Marktteilnehmer bewerten weiterhin mögliche Störungen der Ölversorgung und nicht eine schnelle Normalisierung. Zusätzlich sorgen Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Ölinfrastruktur für geopolitische Unsicherheit. Bisher wurden die Produktionsmengen von Saudi Aramco dadurch nur begrenzt beeinträchtigt. Eine Ausweitung der Angriffe könnte jedoch stärkere Reaktionen Saudi-Arabiens auslösen.
Entspannung könnte hingegen durch die Ukraine entstehen. Kiew soll zugesichert haben, nicht-russische Ölinfrastruktur und Tanker im Schwarzen Meer künftig nicht anzugreifen. Davon könnte insbesondere Kasachstan profitieren, dessen Exporte über das Caspian Pipeline Consortium zuletzt beeinträchtigt wurden.
Neben geopolitischen Faktoren beeinflusst auch die US-Geldpolitik den Ölmarkt. Schwache US-Arbeitsmarktdaten verringerten die Erwartungen einer Zinserhöhung im September. Niedrigere Zinsen könnten die Wirtschaft und damit die Ölnachfrage stützen. Insgesamt starteten die Ölfutures fester; Brent blieb jedoch zunächst unter 85 US-Dollar.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: bullish