09.04.2026
Zweifel an Waffenruhe treiben Ölpreise nach kurzem Einbruch wieder nach oben
Brent: 97.08
Gasoil: 1311.25
Dollar: 0.7915
Crude (WTI): 97.57
Rheinfracht: 33.50

Die Entwicklung der Ölpreise bleibt stark von geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Die am Mittwoch überraschend verkündete Feuerpause führte zunächst zu einem deutlichen Preisrückgang an den Terminbörsen ICE und NYMEX. Beide Referenzsorten fielen zeitweise unter die Marke von 100 US-Dollar, wobei die US-Rohölsorte WTI den stärksten Tagesverlust seit April 2020 verzeichnete. Bereits am folgenden Tag kehrte jedoch eine Gegenbewegung ein, da Zweifel an der Stabilität der Waffenruhe und an der zugesicherten Öffnung der Straße von Hormus überwogen.

Marktteilnehmer zeigen sich zurückhaltend, geopolitische Risiken vollständig aus den Preisen herauszurechnen. Die Waffenruhe wird als fragil eingeschätzt, da weiterhin Kampfhandlungen stattfinden und zentrale Fragen ungeklärt sind. Zudem stehen die Verhandlungspositionen der Konfliktparteien weit auseinander. Für zusätzliche Unsicherheit sorgen die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran, deren Ausgang derzeit nicht absehbar ist.

Die Blockade der Straße von Hormus hat zu einer historischen Störung des globalen Ölmarktes geführt. Ein Großteil des Schiffsverkehrs kam zeitweise zum Erliegen, was die Versorgung erheblich beeinträchtigte. Gleichzeitig mussten viele Förderländer ihre Produktion drosseln, und auch Raffinerien reduzierten ihre Auslastung oder stellten den Betrieb teilweise ein. Selbst bei einer raschen Wiederaufnahme des Transits dürfte die Rückkehr zum Normalzustand Wochen oder Monate dauern.

Analysten erwarten daher weiterhin hohe Volatilität. Zwar wird die kurzfristige Markteinschätzung als leicht bearish bewertet, da eine weitere Eskalation bisher ausbleibt, insgesamt dominiert jedoch Vorsicht.

 

Fundamental; neutral bis bearish                                       Chartanalyse; neutral bis bearish