Die internationalen Ölbörsen beenden eine erneut volatile Handelswoche mit deutlichen Kursgewinnen. Haupttreiber bleibt weiterhin der Konflikt im Persischen Golf. Zwar gibt es erste Signale für eine leichte Entspannung bei der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, doch eine politische Annäherung zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin nicht in Sicht.
Im Mittelpunkt stehen aktuell die Gespräche zwischen Donald Trump und Xi Jinping in China. Laut Vertretern des Weißen Hauses wurden dabei auch die Lage im Nahen Osten und die Situation in der Straße von Hormus thematisiert. Konkrete Ergebnisse oder Lösungsansätze wurden bislang jedoch nicht bekannt.
Positiv aufgenommen wurde am Markt die Meldung, dass seit Mittwoch wieder mehr Schiffe die wichtige Handelsroute passieren konnten. Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden durchquerten rund 30 Schiffe die Meerenge – deutlich mehr als in den vergangenen Wochen, aber weiterhin weit unter dem normalen Niveau von etwa 140 Schiffen täglich vor Kriegsbeginn.
Trotz dieser leichten Verbesserung bleibt die Versorgungslage angespannt. Die International Energy Agency warnt vor schnell schrumpfenden Ölreserven und erwartet selbst bei einem baldigen Ende der Kämpfe bis in den Herbst hinein eine Unterversorgung des Marktes.
Viele Analysten gehen daher weiterhin von hohen Ölpreisen aus. Sinkende Lagerbestände und die weiterhin unsichere geopolitische Lage stützen die Preise, auch wenn diplomatische Gespräche kurzfristig etwas Hoffnung bringen. Die fundamentale Einschätzung bleibt deshalb neutral bis leicht bullish. Bei den Inlandspreisen deuten sich zum Wochenschluss erneut leichte Aufschläge an.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral