10.02.2026
Ölmärkte bleiben stabil – Spannungen im Nahen Osten stützen Risikoprämie
Brent: 69.10
Gasoil: 692.75
Dollar: 0.7675
Crude (WTI): 64.33
Rheinfracht: 41.00

Die Ölnotierungen an ICE und NYMEX zeigen sich am Dienstag stabil, getragen von anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Insbesondere die jüngste Warnung der USA vor einer möglichen Gefährdung der Durchfahrt durch die Straße von Hormus hat die Risikoprämie an den Ölbörsen erneut erhöht. Die Meerenge ist von zentraler Bedeutung für den globalen Ölhandel, da rund 20 Prozent des weltweiten Ölbedarfs diese Route passieren. Wichtige Förderländer wie Iran, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Irak exportieren den Großteil ihres Rohöls über diesen Seeweg, vor allem nach Asien.
Zwar sorgten erste Gespräche zwischen den USA und Iran über das iranische Atomprogramm zuletzt für eine gewisse Entspannung an den Märkten, doch von einer nachhaltigen Deeskalation kann bislang keine Rede sein. Analysten betonen, dass die Unsicherheit über mögliche Eskalationen, strengere Sanktionen oder Lieferunterbrechungen weiterhin eine moderate Risikoprämie rechtfertigt. Gleichzeitig besteht die Hoffnung, dass die Sorge vor steigenden Ölpreisen den politischen Druck auf eine diplomatische Lösung erhöht.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt den geplanten EU-Sanktionen gegen Russland, die erstmals auch Häfen in Drittstaaten betreffen könnten und auf die Einschränkung russischer Öleinnahmen abzielen. Kurzfristig warten die Märkte zudem auf neue Impulse durch den EIA-Monatsbericht und die API-Bestandsdaten. Fundamental überwiegt derzeit eine leicht bullish geprägte Einschätzung, auch wenn sich bei den Inlandspreisen noch keine klare Richtung abzeichnet.

Fundamental; neutral bis bullish            Chartanalyse; neutral