Die Ölmärkte bewerten weiterhin die Folgen der jüngst unterzeichneten Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran. Zwar wurden erste Beschränkungen aufgehoben und einige Schiffe konnten die Straße von Hormus wieder passieren, doch bleibt unklar, wie schnell sich die weltweiten Ölströme normalisieren werden und ob innerhalb der vorgesehenen 60 Tage tatsächlich ein endgültiges Abkommen zustande kommt.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) hat die Blockade für Schiffe mit iranischen Häfen aufgehoben, wodurch erste Exporte wieder anlaufen. Dennoch rechnen Experten nicht mit einer raschen Rückkehr zur Normalität. Die Lieferketten benötigen Zeit, während die globalen Ölreserven weiterhin auf tiefem Niveau liegen.
Die Analysten von BNP Paribas gehen davon aus, dass die Ölpreise langfristig über dem Vorkriegsniveau bleiben werden. Sie sehen rund 75 US-Dollar pro Barrel als neue Untergrenze, da Angebotsausfälle und eine robuste Nachfrage den Markt weiterhin stützen. Vor Beginn des Konflikts lag Brent noch bei rund 69 Dollar.
Gleichzeitig bestehen erhebliche politische Risiken. Die erste Verhandlungsrunde über ein endgültiges Abkommen wurde offenbar verschoben. Hintergrund sind Differenzen über eine umfassende Waffenruhe, insbesondere im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Dadurch wächst die Sorge, dass das vorläufige Abkommen scheitern könnte.
Die OPEC bleibt trotz kurzfristiger Unsicherheiten optimistisch und erwartet in ihrem langfristigen Ausblick eine steigende weltweite Ölnachfrage bis über 2050 hinaus. Wachstumstreiber soll dabei vor allem India sein, während die Nachfrage in China laut Prognosen von PetroChina im laufenden Jahr sogar rückläufig sein könnte.
Fundamental; neutral Chartanalyse; neutral bis bullsish