Nach dem stärksten Rückgang seit mehr als einer Woche stabilisieren sich die Ölpreise wieder. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt zwar angespannt, gleichzeitig gibt es jedoch Anzeichen für eine Erholung der Ölversorgung aus der Region.
Saudi-Arabien konnte die Verladungen am Roten Meer wieder aufnehmen. Zudem sind die Durchflüsse durch die Ost-West-Pipeline auf rund 3,5 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Auch durch die Strasse von Hormus wird offenbar wieder regelmässig Öl transportiert. Schiffe passieren die Meerenge trotz der weiterhin bestehenden Risiken, wodurch die Sorgen über längerfristige Lieferausfälle etwas nachlassen.
Laut Analysten könnten die Preise dennoch durch geopolitische Risiken, mögliche neue Eskalationen und logistische Engpässe auf erhöhtem Niveau bleiben. Zusätzlich sorgt die angespannte Situation bei den Kraftstoffmärkten für Unterstützung. Besonders die eingeschränkte russische Raffineriekapazität aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe führt zu Engpässen bei Diesel und Benzin. Russland hat deshalb seine Kraftstoffexporte bereits eingeschränkt.
Am Nachmittag stehen die offiziellen US-Lagerbestandsdaten des DOE im Fokus. Die zuvor veröffentlichten API-Daten deuteten auf steigende Benzinbestände hin.
Insgesamt wird die fundamentale Marktlage heute neutral eingeschätzt. Die stabileren Ölflüsse sprechen gegen einen weiteren starken Preisanstieg, gleichzeitig verhindern die geopolitischen Risiken eine deutliche Entspannung. Bei den Inlandspreisen zeichnen sich moderate Abschläge ab.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral bis bearish