Die Ölpreise reagierten zum Wochenschluss erneut nervös auf die angespannte Lage im Nahen Osten. Auslöser waren neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran, die die fragile Waffenruhe gefährden und Hoffnungen auf eine rasche Wiederöffnung der Straße von Hormus deutlich dämpfen. Brent und WTI legten zum Handelsstart zunächst spürbar zu, gaben später jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab.
Nach Angaben des United States Central Command griffen US-Streitkräfte iranische Ziele an, nachdem iranische Einheiten auf amerikanische Zerstörer in der Straße von Hormus geschossen hatten. Gleichzeitig betonten die USA, keine weitere Eskalation anzustreben.
Die Straße von Hormus bleibt damit weiterhin das zentrale Thema am Ölmarkt. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar ist die wichtige Handelsroute faktisch blockiert. Die Folge sind massive Einschränkungen der Rohöllieferungen sowie Produktionsausfälle im Nahen Osten. Zusätzlich erschweren gegenseitige Blockaden der USA und Irans den Schiffsverkehr erheblich.
Trotz der erneuten Kämpfe setzen viele Marktteilnehmer weiterhin auf diplomatische Fortschritte. Analysten betonen jedoch, dass sich der Markt aktuell zwischen Hoffnungen auf Friedensgespräche und der Gefahr weiterer Eskalationen bewegt. Entsprechend bleibt die geopolitische Risikoprämie hoch.
Die fundamentale Markteinschätzung bleibt damit leicht bullish. Während neue Fortschritte in den Verhandlungen die Preise wieder sinken lassen könnten, würde ein offizielles Scheitern der Waffenruhe wahrscheinlich einen erneuten starken Preisanstieg auslösen. Bei den Inlandspreisen zeigen sich trotz hoher Schwankungen aktuell nur geringe Veränderungen.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral