Die Entwicklung an den internationalen Ölmärkten zeigt derzeit ein gemischtes Bild. Während der Preis für die Nordsee-Rohölsorte Brent in der vergangenen Woche erneut gestiegen ist und weiterhin über 100 US-Dollar je Barrel liegt, verzeichnete die US-Sorte WTI bereits die dritte Woche in Folge Verluste. Zu Beginn der neuen Handelswoche stehen jedoch beide Sorten unter Druck.
Ein wesentlicher Grund für die fallenden Preise ist die Entspannung auf der Angebotsseite. Die G7-Staaten kündigten die Freigabe von rund 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus strategischen Reserven an. Dadurch sollen mögliche Lieferengpässe verhindert und insbesondere ein US-Exportverbot für Diesel vermieden werden. Gleichzeitig haben die Rohölexporte aus dem Nahen Osten wieder zugenommen. Dies reduziert kurzfristig die Sorge vor einer Verknappung des globalen Ölangebots.
Zusätzlichen Einfluss hat Saudi-Arabien: Der staatliche Ölkonzern Aramco senkte die Verkaufspreise für Rohöl nach Asien deutlich. Kurzfristig belastet dies die Preise, könnte aber zugleich die Nachfrage aus China erhöhen, da günstigere Einkaufspreise die Importe attraktiver machen.
Trotz der Entspannung bleiben erhebliche geopolitische Risiken bestehen. Angriffe und Spannungen rund um die Straße von Hormus könnten die Energieversorgung erneut beeinträchtigen. Auch die Energieinfrastruktur Russlands ist durch angekündigte ukrainische Angriffe auf Raffinerien gefährdet.
Insgesamt überwiegen derzeit die preisdämpfenden Faktoren, während geopolitische Risiken weiterhin für hohe Volatilität an den Ölmärkten sorgen.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral