04.02.2026
Ölpreise erholen sich: Geopolitische Spannungen und US-Indien-Deal stützen Futures
Brent: 67.33
Gasoil: 696.50
Dollar: 0.7760
Crude (WTI): 63.36
Rheinfracht: 45.00

Die Ölpreise an den Terminmärkten ICE und NYMEX konnten am Dienstag einen Teil der zu Wochenbeginn erlittenen Verluste wieder ausgleichen. Unterstützt wurden die Notierungen durch den jüngsten Handelsdeal zwischen den USA und Indien sowie durch erneut aufgekommene geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Marktteilnehmer zeigen sich zunehmend besorgt, dass die Entspannung zwischen Washington und Teheran nur von kurzer Dauer sein könnte. Zwischenfälle mit Drohnen und Tankern in der Straße von Hormus und im Arabischen Meer verdeutlichen die fragile Sicherheitslage. Analysten schätzen die daraus resultierende geopolitische Risikoprämie derzeit auf 5 bis 10 US-Dollar pro Barrel.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung wird sein, ob die angekündigten Gespräche zwischen den USA und dem Iran rasch Fortschritte erzielen. Eine Einigung könnte zu einer Lockerung der Sanktionen und damit zu einem höheren iranischen Ölangebot führen, was preisdämpfend wirken würde. Auch die trilateralen Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA in Abu Dhabi stehen im Fokus. Ein mögliches Friedensabkommen würde voraussichtlich ebenfalls eine Ausweitung des Ölangebots durch gelockerte Sanktionen gegen Russland nach sich ziehen.

Zusätzlich sorgt die OPEC+ für Stabilität, da sie vorerst keine Produktionssteigerungen plant. Auf der Angebotsseite richten sich die Blicke zudem auf die US-Lagerdaten: Laut API kam es zuletzt zu deutlichen Lagerabbauten, was die Preise stützte. Ergänzend beobachten Marktteilnehmer Konjunkturdaten aus den USA, insbesondere den ADP-Arbeitsmarktbericht, sowie die weitere Entwicklung der geopolitischen Lage. Insgesamt bleibt der Ölmarkt von hoher Unsicherheit und kurzfristigen Preisschwankungen geprägt.

 

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral