14.08.2026
Ölpreise bleiben trotz geopolitischer Risiken unter Druck – 80-Dollar-Marke stützt US-Rohöl.
Brent: 87.75
Gasoil: 1249.25
Dollar: 0.8136
Crude (WTI): 81.93
Rheinfracht: 240.00

Die internationalen Ölpreise bleiben angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen unter Druck, zeigen jedoch eine hohe Widerstandsfähigkeit. Zwar führten schwache US-Ölbestandsdaten, Angriffe auf russische Raffinerien und technische Verkaufssignale zuletzt zu fallenden Preisen bei Brent und WTI, doch beim US-Rohöl stoppte die Abwärtsbewegung zunächst an der psychologisch wichtigen Marke von 80 US-Dollar.

Ein wesentlicher Grund dafür ist die Unsicherheit über die weltweiten Ölversorgung. Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus erhöhen die Sorge, dass Lieferungen aus den Golfstaaten beeinträchtigt werden könnten. Eine mögliche längerfristige US-Seeblockade gegen Iran könnte die Spannungen weiter verschärfen und zusätzliche Angriffe auf Energieanlagen auslösen. Auch die Huthi könnten ihre Aktivitäten gegen Schifffahrtswege in der Region fortsetzen.

Gleichzeitig wirken jedoch zunehmend negative Nachfrageerwartungen auf den Markt. EIA, IEA und OPEC haben ihre Prognosen für 2026 angepasst. Die IEA erwartet zwar im dritten Quartal ein erhebliches Angebotsdefizit von rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag, rechnet für das Gesamtjahr aber mit einem Rückgang der globalen Ölnachfrage um etwa 1,6 Millionen Barrel täglich.

Damit treffen derzeit zwei gegenläufige Kräfte aufeinander: geopolitische Risiken stützen die Preise, während schwächere Nachfrageprognosen und ausreichende Marktversorgung einen stärkeren Anstieg begrenzen. Kurzfristig bleibt deshalb mit einer schwankungsreichen, aber richtungslosen Preisentwicklung zu rechnen. Die Ölfutures notieren aktuell oberhalb ihrer Vortagestiefs, jedoch weiterhin unter den jüngsten Höchstständen.

 

Fundamental: neutral                    Chartanalyse: neutral bis bearish