Nach den gegenseitigen Angriffen vom Wochenende richten sich die Blicke der Finanz- und Rohstoffmärkte auf mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha. US-Präsident Donald Trump hatte Verhandlungen angekündigt, während der Iran erklärte, lediglich mit Oman über die künftige Regulierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sprechen zu wollen. Gleichzeitig betonte der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi, der Iran könne die Kontrolle der Meerenge notfalls auch allein übernehmen und andere Staaten hätten kein Mitspracherecht. Diese Aussagen lassen Zweifel an einer raschen Entspannung aufkommen und erhöhen die Unsicherheit über die künftige Nutzung der strategisch wichtigen Handelsroute sowie mögliche Transitgebühren.
Trump äußerte sich zu den möglichen Gesprächen zurückhaltend und bezeichnete deren Bedeutung als ungewiss. Marktbeobachter bleiben daher vorsichtig optimistisch, warten jedoch auf konkrete Signale einer Deeskalation.
Unterstützend wirkten am Morgen positive Konjunkturdaten aus China. Die offiziellen Einkaufsmanagerindizes fielen besser aus als erwartet und erreichten den höchsten Stand seit zehn Monaten. Dies deutet auf eine leichte Belebung der chinesischen Wirtschaft hin. Allerdings basiert die Erholung laut Capital Economics vor allem auf Exporten und Investitionen in KI-Technologien, wodurch ihre Nachhaltigkeit fraglich bleibt.
Für den Ölmarkt rücken nun die US-Lagerbestandsdaten in den Fokus. Heute veröffentlicht das API seine Schätzungen, bevor morgen der offizielle DOE-Bericht folgt. Besonderes Augenmerk gilt den Beständen im Lager Cushing, die bereits unter das operative Minimum gefallen sind. Die Ölfutures notieren aktuell leicht unter den Vortagesschlusskursen, während bei den Inlandspreisen aufgrund der gestrigen Kursanstiege kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial besteht.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral