19.12.2025
Überangebotsängste drücken Ölpreise – Brent bleibt unter 60 Dollar
Brent: 59.64
Gasoil: 610.00
Dollar: 0.7953
Crude (WTI): 55.99
Rheinfracht: 24.00

Die Rohölpreise an den internationalen Ölbörsen steuern auf Wochenbasis erneut auf Verluste zu. In der letzten vollständigen Handelswoche vor dem Jahreswechsel markierten sowohl Brent als auch WTI neue Langzeittiefs. Besonders bemerkenswert ist, dass Brent mehrere Tage in Folge unter der psychologisch wichtigen Marke von 60 Dollar pro Barrel schloss. Hauptursache hierfür sind anhaltende Erwartungen eines strukturellen Überangebots im kommenden Jahr, das geopolitische Risiken derzeit deutlich überlagert.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass selbst Spannungen in wichtigen Förderregionen wie Russland oder Venezuela aktuell nicht ausreichen, um die Preise nachhaltig zu stützen. Analysten sprechen von einer klar verankerten Überangebotsmentalität, die die geopolitischen Risikoprämien begrenzt hält. Zwar sorgen Unsicherheiten über die konkrete Umsetzung der US-Blockade venezolanischer Schiffe sowie Hoffnungen auf einen möglichen, von den USA vermittelten Friedensprozess in der Ukraine kurzfristig für Stabilisierung, eine nachhaltige Trendwende bleibt jedoch aus.
Zusätzliche Dynamik erhält der Markt durch mögliche weitere US-Sanktionen gegen Russland, sollte es keine Fortschritte in den Friedensverhandlungen geben. Gleichzeitig zeigte sich US-Präsident Trump zuletzt optimistisch hinsichtlich eines baldigen Kriegsendes. Laut Analysten der Bank of America dürfte das niedrige Preisniveau mittelfristig allerdings dazu beitragen, dass unrentable Fördermengen vom Markt verschwinden und ein stärkerer Preisverfall verhindert wird.
Zum Wochenschluss notieren die Ölfutures nahe ihrer Tiefstände, wodurch sich auch für die Inlandspreise weiteres Abwärtspotenzial ergibt.

Fundamental: neutral bis bullish                        Chartanalyse: neutral