Der Ölmarkt bleibt vollständig vom Iran-Krieg dominiert. Andere Faktoren wie die jüngsten US-Bestandsdaten spielen aktuell kaum eine Rolle, da sie zu wenig Einfluss auf die starke Preisdynamik an ICE und NYMEX haben. Entscheidend sind weiterhin geopolitische Entwicklungen.
Für neue Aufwärtsimpulse sorgte die jüngste Rede von Donald Trump, in der eine Intensivierung der Angriffe auf den Iran angekündigt wurde. Besonders kritisch sehen Marktteilnehmer die Möglichkeit, dass künftig auch Energieinfrastruktur gezielt angegriffen werden könnte – mit potenziell gravierenden Folgen für die globale Versorgung.
Die Märkte wurden dabei von der Kehrtwende überrascht: Zuvor war teilweise ein baldiges Kriegsende eingepreist worden, doch diese Erwartung wurde nun revidiert. Entsprechend reagierten die Preise mit einem deutlichen Anstieg. Analysten betonen, dass nicht eine tatsächliche Verschlechterung der Lage, sondern die Korrektur falscher Erwartungen den Preissprung ausgelöst habe.
Die weiterhin blockierte Straße von Hormus bleibt dabei der zentrale Faktor. Solange diese wichtige Handelsroute eingeschränkt ist, bleibt die Angebotslage angespannt. Experten sehen Brent aktuell in einer Spanne von etwa 95 bis 110 US-Dollar, wobei sich die Preise zuletzt am oberen Ende dieser Range bewegen.
Insgesamt bleibt die fundamentale Lage klar bullish. Der starke Anstieg des ICE-Gasoil-Kontrakts – inzwischen auf einem der höchsten Niveaus aller Zeiten – deutet zudem auf weiter steigende Inlandspreise hin.
Fundamental; bullish Chartanalyse; neutral