Die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI sind am Dienstagmorgen wieder gestiegen. Zuvor hatte ein Bericht über mögliche Sanktionserleichterungen der USA gegenüber Iran die Ölpreise belastet. Ein späteres Dementi von US-Präsident Trump führte jedoch zu einer Gegenbewegung.
Für die Ölmärkte bleibt der Konflikt zwischen den USA und Iran der wichtigste Unsicherheitsfaktor. Besonders entscheidend ist die Situation an der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den internationalen Öltransport. Solange keine Einigung zwischen beiden Ländern erzielt wird und die freie Schifffahrt nicht gesichert ist, bleibt das Risiko für die weltweite Ölversorgung hoch. Dies kann auch die Inflationserwartungen beeinflussen.
Zwar steigen die Exportmengen aus der Golfregion wieder, doch ein Teil der zusätzlichen Lieferungen erfolgt über aufwendige Umgehungslösungen wie den Umschlag von Öl zwischen Schiffen. Diese Verfahren sind teurer und weniger effizient als der normale Transport, wodurch die Ölpreise weiterhin unter Aufwärtsdruck stehen.
Zusätzlich beschäftigt den Markt die angespannte Dieselversorgung in den USA. Diskutiert wird ein mögliches Exportverbot, dessen Wirksamkeit zur Senkung der Dieselpreise allerdings von Experten angezweifelt wird. Gleichzeitig erwägt Washington Erleichterungen beim Verkauf von steuerbegünstigtem rotem Diesel.
Neue Hinweise zur Entwicklung der US-Öl- und Dieselbestände werden durch den API-Bericht am Dienstagabend sowie den offiziellen Bericht des US-Energieministeriums am Mittwoch erwartet.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral