20.02.2026
Ölpreise vor erstem Wochengewinn seit drei Wochen – Iran-Spannungen treiben Risikoprämie
Brent: 71.80
Gasoil: 736.00
Dollar: 0.7753
Crude (WTI): 66.65
Rheinfracht: 22.00

Die Ölpreise setzen ihren Aufwärtstrend am Freitag fort und steuern auf den ersten Wochengewinn seit drei Wochen zu. Auslöser sind verschärfte Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran mit „sehr schlimmen Dingen“, sollte innerhalb von 10 bis 15 Tagen keine Einigung im Atomstreit erzielt werden. Die Notierungen erreichten daraufhin ein Sechsmonatshoch.
Im Fokus steht erneut die Straße von Hormus, über die rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung transportiert werden. Die Sorge vor möglichen Lieferausfällen versetzt die Märkte in Alarmbereitschaft. Zwar betont Iran den friedlichen Charakter seines Atomprogramms, doch die USA vermuten militärische Ambitionen. Beobachter verweisen auf eine deutlich verstärkte US-Militärpräsenz im Nahen Osten. Ein unmittelbarer Krieg gilt dennoch als eher unwahrscheinlich, vielmehr wird mit weiterem politischem Druck gerechnet.
Geopolitische Risiken überlagern derzeit andere Marktfaktoren wie die US-Geldpolitik. Das jüngste FOMC-Protokoll deutet auf stabile oder gegebenenfalls höhere Zinsen hin, was normalerweise die Ölnachfrage bremsen würde. Mittelfristig bleibt zudem die Angebotsfrage relevant: JP Morgan erwartet einen anhaltenden Überschuss, der Förderkürzungen von rund 2 Mio. Barrel täglich erfordern könnte. Demgegenüber plant die OPEC+ ab April eine schrittweise Produktionsausweitung. Kurzfristig dominiert jedoch eine klare bullishe Marktstimmung, die auch die Inlandspreise weiter steigen lässt.

Fundamental; bullish                            Chartanalyse; neutral bis bullish