06.01.2026
Venezuela im Fokus: US-Sanktionen dämpfen kurzfristig die Auswirkungen auf den Ölmarkt
Brent: 61.64
Gasoil: 621.50
Dollar: 0.7914
Crude (WTI): 58.16
Rheinfracht: 35.00

Die internationale Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf Venezuela und die möglichen Folgen für den globalen Ölmarkt. Kurzfristig sind jedoch keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten, da die USA ihre Sanktionen und die Blockade venezolanischer Ölexporte weiterhin aufrechterhalten. Entsprechend bleibt das zusätzliche Ölangebot aus Venezuela begrenzt. Auch größere Produktionssteigerungen gelten als unwahrscheinlich, da sie erhebliche Investitionen erfordern würden, deren Wirkung erst nach mehreren Jahren eintreten könnte. Mittelfristig sehen Experten lediglich ein Zusatzpotenzial von rund 0,5 Millionen Barrel pro Tag, was das bestehende Überangebot am Weltmarkt weiter erhöhen würde.

Gleichzeitig ist der Ölmarkt von hoher geopolitischer Unsicherheit geprägt. Neue außenpolitische Spannungen, ausgelöst durch Aussagen der US-Regierung zu Kuba, Kolumbien und insbesondere Grönland, sorgen für Nervosität unter Marktteilnehmern. Diese Unsicherheiten führen zur Einpreisung einer zusätzlichen Risikoprämie, insbesondere falls neue Konfliktherde entstehen oder sich der Ukrainekrieg weiter verschärft und das Verhältnis zwischen EU und USA belastet wird.

Ohne neue geopolitische Eskalationen würde ein politischer Wandel in Venezuela langfristig zu einem steigenden Ölangebot beitragen und den Angebotsüberschuss weiter festigen. Analysten, unter anderem von Citi, erwarten daher insgesamt einen eher preisdämpfenden Effekt. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass die OPEC+ unter Führung Saudi-Arabiens bei steigenden Lagerbeständen mit Produktionskürzungen reagieren würde, um den Brent-Preis im Bereich von 55 bis 60 US-Dollar je Barrel zu stabilisieren.

Insgesamt bleibt der physische Ölmarkt überversorgt. Trotz diffuser geopolitischer Risiken wird die Marktlage weiterhin leicht bearish eingeschätzt, auch wenn sich kurzfristig moderate Aufwärtspotenziale bei den Inlandspreisen zeigen.

 

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral