Die Ölpreise sind den dritten Handelstag in Folge gefallen. Hauptgründe dafür sind die zunehmenden Öllieferungen durch die Strasse von Hormus sowie Fortschritte bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran. Laut Katar wurden bei den Verhandlungen positive Fortschritte erzielt, was auch US-Präsident Donald Trump bestätigte.
Die wieder steigenden Exporte und die Freigabe strategischer Ölreserven nähren die Erwartung eines Überangebots am Ölmarkt. Analysten gehen davon aus, dass sich mit der Normalisierung des Schiffsverkehrs die Versorgungslage weiter entspannt. Zusätzlich dürfte die OPEC+ ihre Förderziele ab August erneut anheben, was das Angebot weiter erhöhen würde.
Mehrere Banken haben deshalb ihre Preisprognosen gesenkt. Die UBS erwartet für die zweite Jahreshälfte einen durchschnittlichen Brent-Preis von rund 80 Dollar pro Barrel und für 2027 etwa 75 Dollar. Dennoch warnen Experten vor einer zu optimistischen Einschätzung. Die Kontrolle über die Strasse von Hormus bleibt ungeklärt, und der Iran könnte seinen Einfluss auf die wichtige Wasserstrasse weiterhin als politisches Druckmittel nutzen.
Insgesamt bleibt die fundamentale Einschätzung für den Rohölmarkt bearish. Bei Ölprodukten sorgen jedoch Raffinerieengpässe, insbesondere in Russland, weiterhin für Preisunterstützung. Für die Inlandspreise werden deshalb trotz fallender Rohölpreise leichte Aufschläge erwartet.
Fundamental; neutral bis bearish Chartanalyse; neutral