Die Ölpreise haben am Mittwochmorgen wieder zugelegt, nachdem Brent und WTI am Vortag nur leicht nachgegeben hatten. Marktstützend wirken weiterhin geopolitische Risiken im Nahen Osten. Aussagen von US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Entsendung eines weiteren Flugzeugträgers in Richtung Iran schüren neue Sorgen vor einer militärischen Eskalation oder einer Blockade der Straße von Hormus. Beides würde das globale Ölangebot erheblich beeinträchtigen und die Risikoprämie am Markt erhöhen.
Analysten verweisen zudem auf anhaltenden Sanktionsdruck und handelspolitische Drohungen gegenüber dem Iran, die das Preisniveau stabilisieren. Demgegenüber steht der jüngste Monatsbericht der US-Energiebehörde EIA, der für 2026 und 2027 ein deutliches Überangebot prognostiziert. Höhere Produktionsschätzungen bei gleichzeitig leicht reduzierter Nachfrageerwartung führen für das laufende Jahr zu einem Angebotsüberschuss von gut drei Millionen Barrel pro Tag. Zwar hob die EIA ihre kurzfristigen Preisprognosen leicht an, für 2027 wurden diese jedoch gesenkt.
Kurzfristig richten sich die Blicke auf den OPEC-Monatsbericht sowie die nachgeholten US-Arbeitsmarktdaten. Letztere gelten als wichtiger Indikator für Konjunktur, Zinspolitik und Ölnachfrage. Trotz fester Notierungen an ICE und NYMEX deutet der stärkere Euro auf leichtes Abwärtspotenzial bei den Inlandspreisen hin.
Fundamental; neutral bis bullish Chartanalyse; neutral