13.02.2026
Rohölpreise steuern auf zweiten Wochenverlust zu – Risiko-Prämien sinken trotz geopolitischer Unsicherheiten
Brent: 67.43
Gasoil: 671.50
Dollar: 0.7709
Crude (WTI): 62.73
Rheinfracht: 23.00

Die Rohölkontrakte an der ICE und der NYMEX stehen vor dem zweiten wöchentlichen Preisrückgang in Folge, da die Risiko-Prämien der Marktteilnehmer angesichts der aktuellen US-Iran-Gespräche weiter gesunken sind. Analysten werten zuletzt geäußerte US-Hinweise, dass ein Militärschlag gegen Iran in den kommenden Wochen unwahrscheinlich sei, als Entspannungssignal für den Ölmarkt. Diese Erwartungen haben die Sorge über mögliche Angebotsausfälle in der Region reduziert und belasteten die Preise zusätzlich. Gleichzeitig rufen die monatlichen Berichte der EIA und der IEA wieder Überversorgungsängste in Erinnerung, auch wenn manche Marktbeobachter diese Einschätzung kritisch sehen.
Hinzu kommt die politische Unsicherheit in den USA: Die Aussicht auf einen erneuten teilweisen Shutdown der Regierung, ausgelöst durch Differenzen im Kongress über den Haushalt des Heimatschutzministeriums, hat die Marktstimmung weiter gedrückt. Ein solcher Shutdown dürfte die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen und den Ölmarkt aber laut Marktmeinung eher begrenzt beeinflussen, da nur ein Teilbereich betroffen wäre. Die heutigen US-Inflationsdaten könnten neuen Schwung geben: Ein hoher Wert würde die Erwartungen einer weiteren Zinssenkung durch die Fed dämpfen und könnte zusätzlichen Druck auf die Energiepreise ausüben. Parallel behalten Investoren geopolitische Risiken im Blick, etwa die Lage in Venezuela und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf russische Raffineriekapazitäten. Aktuell notieren die Ölfutures nahe den Vortagestiefs, was rechnerisch auf weitere Inlandspreis-Abschläge hindeutet.

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral bis bearish