07.05.2026
Ölmarkt bleibt nervös – Hoffnung auf Diplomatie trifft auf anhaltende Angebotsrisiken
Brent: 100.69
Gasoil: 1163.00
Dollar: 0.7784
Crude (WTI): 96.26
Rheinfracht: 34.00

Nach den starken Kursschwankungen vom Vortag zeigen sich die Anleger an den Ölbörsen zunächst zurückhaltend. Brent und WTI hatten gestern zeitweise fast 8 % verloren, nachdem neue diplomatische Bemühungen zwischen den USA und dem Iran Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten geweckt hatten.
Auslöser war ein angebliches „Memorandum of Understanding“, das schrittweise zur Wiederöffnung der Straße von Hormus führen könnte. Die Aussicht auf eine Lockerung der Blockade drückte die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Kurz darauf relativierte Donald Trump jedoch die Erwartungen und erklärte, es sei noch zu früh für direkte Gespräche mit Teheran. Auch aus dem Iran kamen skeptische Stimmen, die den US-Vorschlag eher als unrealistisch einstuften.
Marktanalysten halten den jüngsten Preisrückgang deshalb für übertrieben. Entscheidend bleibe weiterhin die Frage, wann und ob die Straße von Hormus tatsächlich wieder vollständig geöffnet wird. Solange dies unklar bleibt, dürfte die geopolitische Risikoprämie bestehen bleiben.
Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt dem bevorstehenden Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Beobachter gehen davon aus, dass Washington derzeit an Stabilität interessiert ist, um das Gipfeltreffen nicht zu gefährden.
Trotz diplomatischer Signale bleibt die Versorgungslage angespannt. Selbst bei einer Einigung dürfte es längere Zeit dauern, bis die Ölströme aus dem Persischen Golf wieder normalisiert sind. Die fundamentale Einschätzung bleibt daher leicht bullish, auch wenn sich bei den Inlandspreisen kurzfristig noch Abschläge zeigen.

Fundamental; neutral                                 Chartanalyse; bearish