17.02.2026
Ölpreise steigen trotz dünnem Handel – Fokus auf Genf und geopolitische Risiken
Brent: 68.02
Gasoil: 675.25
Dollar: 0.7693
Crude (WTI): 63.19
Rheinfracht: 23.00

Die Rohölpreise an ICE und NYMEX legten im gestrigen, feiertagsbedingt umsatzschwachen Handel zu. Brent und WTI überschritten zeitweise die 7-Tage-Durchschnittslinie (GD 7), wobei sich zeigen muss, ob dieses Niveau nachhaltig verteidigt werden kann. Im Mittelpunkt stehen heute die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Genf sowie die Ukraine-Friedensverhandlungen. Während vom Ukraine-Dialog kaum Fortschritte erwartet werden, richtet sich das Hauptaugenmerk auf Washington und Teheran.
Marktbeobachter betonen, dass die Preisentwicklung eng mit dem Verlauf dieser Verhandlungen verknüpft ist. Entsprechend bleibt eine geopolitische Risikoprämie eingepreist. Zusätzliche Spannungen entstehen durch Militärübungen der iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus – einer Schlüsselroute für den globalen Ölhandel. Bereits geringe Risiken für Angebotsunterbrechungen stützen die Notierungen.
Analysten verweisen jedoch darauf, dass bei einer Entspannung im Nahen Osten oder Fortschritten im Ukraine-Konflikt die Risikoprämie rasch abschmelzen könnte. Citi erwartet Brent in den kommenden Monaten in einer Bandbreite von 65 bis 70 US-Dollar, sofern Restriktionen für russisches Öl bestehen bleiben. In diesem Fall könnte OPEC+ mit einer Ausweitung der Fördermengen reagieren. Die US-Lagerdaten (API, DOE) werden feiertagsbedingt mit Verzögerung veröffentlicht und dürften zusätzliche Impulse liefern.

Fundamental; neutral bis bearish           Chartanalyse; neutral