Trumps neue Ankündigung, den Iran wirtschaftlich weiter zu isolieren, hat an den Ölmärkten bislang nur geringe Reaktionen ausgelöst. Der Markt wartet zunächst auf konkrete Maßnahmen und darauf, ob diese auch gegen den möglichen Widerstand Chinas durchgesetzt werden können. Viele bestehende Sanktionen haben den iranischen Ölhandel bereits stark eingeschränkt, während Teheran in der Vergangenheit Wege gefunden hat, diese zu umgehen.
Entscheidend ist daher weniger die politische Rhetorik als die tatsächliche Entwicklung der Ölströme. Trumps aktuelle Haltung deutet zudem darauf hin, dass Washington derzeit weder eine militärische Eskalation noch neue Verhandlungen mit Teheran anstrebt. Dadurch ist eine schnelle Lösung des Konflikts und eine rasche Normalisierung der Lage an der Straße von Hormus eher unwahrscheinlich.
Die Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten verschärfen die Situation zusätzlich und verringern die diplomatischen Möglichkeiten. Gleichzeitig bleiben die Ölpreise auf erhöhtem Niveau. Marktteilnehmer rechnen zunehmend mit einer länger andauernden Einschränkung der Transporte durch die Straße von Hormus, was die Preise für Rohöl und raffinierte Produkte stützt.
Allerdings scheint ein großer Teil der möglichen Lieferausfälle bereits eingepreist zu sein. Dass Saudi-Arabien europäischen Raffinerien im September wieder volle Liefermengen zusichert, könnte auf eine gewisse Entspannung hindeuten. Insgesamt bleibt die fundamentale Marktlage daher weitgehend neutral. Während die Ölpreise derzeit auf hohem Niveau konsolidieren, könnten sich bei den Inlandspreisen zunehmend Abwärtspotenziale ergeben.
Fundamental: neutral Chartanalyse: neutral bis bullish