10.12.2025
Ölhändler richten Fokus auf Ukraine-Friedensgespräche
Brent: 62.13
Gasoil: 652.25
Dollar: 0.8057
Crude (WTI): 58.44
Rheinfracht: 20.00

Überversorgung und Friedensverhandlungen – Ölpreise unter Druck
Die Ölmärkte bleiben in einer engen Handelsspanne, da Trader weiterhin auf die Fortschritte der Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine blicken. Kiew betont gegenüber europäischen Partnern, dass keine Gebietsabtretungen möglich sind – ein zentraler Streitpunkt, der die Verhandlungen blockiert. Laut Tim Waterer (KCM Trade) hängt die kurzfristige Preisentwicklung maßgeblich vom Verlauf der Gespräche ab: Ein Scheitern könnte die Preise moderat nach oben treiben, während Fortschritte und damit die potenzielle Rückkehr russischer Ölmengen eher preisdämpfend wirken würden. Angesichts der verhärteten Positionen gilt ein schneller Durchbruch jedoch als unwahrscheinlich.
Ein umfassender Friedensvertrag samt Aufhebung der Sanktionen wäre eine Überraschung, die von den Märkten derzeit nicht eingepreist ist. Umgekehrt würde das Scheitern der Gespräche kaum starke bullishe Effekte auslösen, da es im Rahmen der Erwartungen liegt.
Der kurzzeitige Produktionsausfall im irakischen Ölfeld West Qurna 2 blieb ohne marktrelevante Folgen. Analysten verweisen erneut auf das zentrale Thema: hohes globales Angebot bei verhaltener Nachfrage. Brent bewegt sich Richtung 62 Dollar und entspricht damit den Markterwartungen für Dezember. Zinssenkungen der Fed könnten kurzfristig stützen, langfristig bleibt die Preisstruktur jedoch von einer erwarteten Überversorgung ab 2026 geprägt.
Inlandspreise deuten aktuell deutliche Abschläge an, während US-Bestandsdaten und die Fed-Entscheidung kurzfristige Impulse liefern dürften.

Fundamental: neutral                            Chartanalyse: neutral bis bearish