07.01.2026
US-Venezuela-Politik verstärkt Überangebot am Ölmarkt
Brent: 60.08
Gasoil: 600.00
Dollar: 0.7960
Crude (WTI): 56.29
Rheinfracht: 37.00

Die Lage in Venezuela bleibt das dominierende Thema am Ölmarkt, doch die Bewertung hat sich verändert. Zunehmend wird deutlich, dass es den USA weniger um politische Stabilität als vielmehr um den Zugang und die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie geht. Zusätzlichen Preisdruck löste ein Statement von Donald Trump aus, wonach Venezuela den USA bis zu 50 Millionen Barrel Öl überlassen könnte. Diese Aussage verstärkte die Sorgen vor einem weiter steigenden globalen Ölangebot.
Die derzeitigen Ausfälle der venezolanischen Produktion und Exporte infolge der US-Tankerblockade werden durch das für dieses Jahr erwartete Überangebot am Weltmarkt mehr als kompensiert. Marktbeobachter sehen darin ein klares Signal, dass Washington eher an einer Ausweitung als an einer Begrenzung des Ölangebots interessiert ist. Die Angst vor einer anhaltenden Überversorgung nimmt dadurch weiter zu.
Bereits 2025 waren die Ölpreise aufgrund steigender Fördermengen bei gleichzeitig schwacher Nachfrage um rund 20 Prozent gefallen – der stärkste Jahresverlust seit 2020. Zusätzlich rückt ein möglicher Fortschritt im Ukraine-Friedensprozess in den Fokus. Eine Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl könnte das Angebot weiter erhöhen. Insgesamt bleibt der fundamentale Ausblick klar bearish, mit weiterem Abwärtspotenzial für die Preise.

Fundamental; bearish                                                               Chartanalyse; neutral bis bearish